+++ Diese Aktien legen in der Krise zu +++

BYD: Das reicht nicht

BYD: Das reicht nicht
Foto: Robert Way/Shutterstock
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Jochen Kauper Heute, 13:55 Jochen Kauper

Der chinesische Markt für Elektroautos galt lange als unaufhaltsame Wachstumsmaschine – angetrieben von großzügigen Subventionen, politischem Rückenwind und einer kaufbereiten Mittelschicht. Doch inzwischen hat sich das Tempo spürbar verlangsamt. Staatliche Förderprogramme laufen aus, direkte Kaufprämien wurden gestrichen und auch der politische Druck zur schnellen Marktdurchdringung hat nachgelassen. Die Expansion ins Ausland wird zunehmend zur strategischen Notwendigkeit.

BYD

Allerdings spürte BYD zuletzt deutlichen Gegenwind. Der weltweit größte Elektrofahrzeughersteller verkaufte im Februar 190.190 Elektrofahrzeuge, ein Rückgang von 41,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 9,5 Prozent gegenüber Januar.

BYD Selion fährt auf Küstenstraße
Quelle: BYD
BYD Selion

Heißt: Das Wachstum der chinesischen New Energy Vehicles-Verkäufe dürfte 2026 deutlich abbremsen – auf nur noch 13 Prozent plus, nachdem die Wachstumsrate 2025 noch bei 27 Prozent lag.

BYD Han in blau steht vor neutralem Hintergrund
Quelle: BYD

Auf dem „Tech Day“ am 5. Mai wollte BYD wieder positive Akzente setzen. Vorab: Der große Wurf blieb aus. BYD hat leistungsstärkere Batterien und schnellere Ladefunktionen vorgestellt. Die neuen „Flash Charger“ sollen es möglich machen, die neue "Blade Battery" in neun Minuten komplett aufzuladen. BYD wird den neuen Akku zuerst in zehn Elektromodellen auf den Markt bringen.

Die neuen Produkte sollen dem Elektroauto-Hersteller helfen, Marktanteile zurückzugewinnen, so die erste Reaktion der Analysten. „Der Tech-Day, hat die Erwartungen des Marktes weitgehend erfüllt, die Aktie legt eine Verschnaufpause ein“, sagt Tim Hsiao von Morgan Stanley. „Wir schätzen die Bemühungen von BYD, sich wieder auf das zu konzentrieren, was das Unternehmen am besten kann, wie Batterien und Ladeinfrastruktur, indem es seine Vorteile in den Bereichen Technologie, Kosten und Größe nutzt. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie schnell BYD die Verbesserung der Benutzererfahrung in eine steigende Nachfrage umsetzen kann“, ergänzte Hsiao.

BYD-Gründer und CEO Wang Chuanfu besucht einen Stand während der Beijing International Automotive Exhibition 2024 (Auto China 2024) im China International Exhibition Center am 26. April 2024 in Peking, China
Quelle: VCG/Kontributor/Getty Images
BYD-Gründer und CEO Wang Chuanfu

Der Morgan Stanley-Analyst erwartet eine Erholung der inländischen Nachfrage in den Monaten März/April sowie eine weiterhin solide Dynamik im Ausland. Sein Kursziel lautet 126 Hongkong-Dollar.

Positiv äußerte sich nach dem Tech-Event auch Eunice Lee von Bernstein Research. „BYD bietet derzeit die schnellste EV-Ladezeit auf dem Markt und übertrifft damit die Shenxing LFP- und Qilin NMC-Batterien von CATL. Die Einführung neuer Modelle dürfte BYD ebenfalls dabei helfen, seinen Marktanteil im nächsten Jahr auf Mitte 20 Prozent zurückzugewinnen“, so die Auto-Analystin.

E-Auto Modell Han von BYD fährt auf Landstraße von hinten
Quelle: BYD

Nach wie vor jedoch befindet sich BYD in einer guten Ausgangsposition, langfristig Umsatz und Gewinn weiter nach oben zu schrauben. BYD hat mit seinen Marken BYD, Denza, Fang Cheng Bao und Yangwang für jedes Marktsegment das passende Produkt im Angebot.

Bis 2030 will BYD die Hälfte seines Absatzes außerhalb Chinas erzielen. Ambitioniert, aber machbar. Die Auslandsverkäufe haben sich 2025 auf rund 1,0 Millionen Einheiten verdoppelt. Für 2026 erwarten Experten ein weiteres Wachstum von rund 50 Prozent. Der Februar bestätigte die ehrgeizigen Ziele für die Märkte außerhalb Chinas. Die Sales lagen bei 100.600. Plus 50,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

BYD hat gegenüber vielen andere Herstellern noch einen weiteren Wettbewerbsvorteil: Viele Produkte innerhalb der Wertschöpfungskette werden selbst hergestellt. Darunter unter anderem die Batterie, Ladesäulen, Fahrassistenzsysteme. Diese liefert BYD auch an anderen Hersteller wie Xiaomi und Toyota und sowie die Untermarken Mona von XPeng und Orvo von Nio.

BYD (WKN: A0M4W9)

Die Aktie kann von dem Roll-out neuer Produkte im Zuge des „Tech Day“ nicht profitieren. BYD hat das geliefert, was viele Experten im Vorfeld erwartet hatten. Neue Batterien, neue Ladestationen. Aus technischer Sicht ist ein Break der 100-Tage-Linie bei 98,53 Hongkong-Dollar (10,75 Euro) entscheidend. Im Anschluss wäre der Weg bis zur wichtigen 200-Tage-Linie bei 110, 62 Hongkong-Dollar (12,05 Euro) frei. Die Unsicherheit der Investoren spiegelt sich im aktuellen Chartbild wider. Anleger bringen Geduld mit.

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