BYD hat einen Gewinneinbruch von mehr als 55 Prozent verzeichnet. Grund war die schwache Nachfrage im chinesischen Automarkt. Ein Ergebnis der rückläufigen staatlichen Subventionen für Elektrofahrzeuge nach einem jahrelangen Boom. Hinzu kam der nach wie vor harte Preiskampf im Reich der Mitte.
Der chinesische Elektroautoriese BYD hat im ersten Quartal wegen der Rabattschlacht im Heimatmarkt so wenig Gewinn gemacht wie seit über drei Jahren nicht. Unter dem Strich rutschte der Überschuss um 55 Prozent auf 4,08 Milliarden chinesische Yuan (509 Millionen Euro) ab, wie das Unternehmen mit Sitz in Shenzen am Dienstag mitteilte. Analysten hatten mit einem Rückgang in dieser Größenordnung gerechnet. Es ist der vierte Rückgang des Quartalsgewinns in Folge. Der Umsatz schrumpfte um 12 Prozent auf 150,2 Milliarden Yuan.
Die harte Konkurrenz von Anbietern wie Geely und Xiaomi sorgt in der Volksrepublik für weiter sinkende Verkaufspreise, BYD muss mehr und mehr Rabatte einräumen. Zudem rutscht der Absatz von Elektroautos in China derzeit ab, weil die Regierung die Förderung zusammengestrichen hat.
Ergebnis: Im ersten Quartal verkaufte BYD rund 700.000 Fahrzeuge und damit 30 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Mit der Flaute in China in den ersten Jahresmonaten verlegt sich der Anbieter mehr und mehr auf den Export ins Ausland.
Die Schwäche wurde teilweise durch starke Exportzahlen abgefedert. Die durch den Iran-Krieg ausgelöste Energiekrise hat weltweit die Nachfrage nach Elektroautos erhöht, da Verbraucher verstärkt von Benzin- und Dieselfahrzeugen abrücken.
Im Jahr 2025 verkaufte BYD bereits rund 1,05 Millionen Fahrzeuge außerhalb Chinas, was einem Anstieg von 145 Prozent entsprach. Für 2026 hat BYD-Chef Wang Chuanfu vor kurzem das Absatzziel von 1,30 Millionen auf 1,50 Millionen Autos angehoben.
Kurzfristig: Ergebnis schwach, aber erwartet
Der Gewinneinbruch lag weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Analysten sprechen dabei von einer klaren Zweiteilung: China bleibt schwach wegen Margendruck, das Ausland dagegen entwickelt sich mehr und mehr zum Booster. Die Exporte treiben das Business, sprich die Verkäufe und könnten bald bis zu 50 Prozent der Erlöse ausmachen. Wichtig: Im Ausland verdient BYD deutlich mehr pro Auto als in China.
Ausblick: Erholung ab Q2 erwartet
Viele Analysten gehen davon aus, dass das Q1 das Tief war, was den Gewinnrückgang betrifft. Für das zweite Quartal erwarten sie steigende Verkäufe, bessere Margen und Rückenwind durch neue Modelle und Technik. Neue Modelle, Flash-Charger sowie die neue Batterie-Generation (Blade-Battery 2.0) wurden bereits auf der Auto China in Peking bereits vorgestellt. Vor allem die Citi sieht in der neuen Ultra-Schnelllade-Batterie einen möglichen Wettbewerbsvorteil für BYD für mindestens ein Jahr im Vergleich zu Marktführer CATL.
Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt BYD Marktführer im chinesischen Markt für sogenannte „New Energy Vehicles“ mit einem Anteil von etwa 20 Prozent. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck weiter deutlich zu, unter anderem durch Konkurrenten wie Geely, Leapmotor, Xiaomi sowie Hersteller, die verstärkt auf Technologien von Huawei setzen.
BYD macht den harten Wettbewerb inklusive Margendruck in China mit einem zunehmenden Absatz im Ausland wett. Die Exporte haben sich 2025 auf rund eine Million Autos mehr als verdoppelt. BYD selbst hat das Ziel für 2026 für die außerhalb Chinas verkauften Fahrzeuge vor kurzem nach oben korrigiert. Wer investiert ist, bleibt dabei.
Heute, 13:55