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28.09.2020 Jochen Kauper

Daimler: Wie gefährlich sind Nio, Li Auto und Xpeng?

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Daimler

Am vergangenen Wochenende startete die "Auto China 2020" in Peking. Es ist die erste große internationale Automesse seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Elektroautos waren die Stars der Messe. Hinken die deutschen Auto-Hersteller noch immer hinterher?

"Wenige Modelle im Vertrieb"

Wo stehen die deutschen Autobauer? Auf dem größten Markt für E-Fahrzeuge der Welt in China können sie bisher nicht wirklich mithalten, bemängelten Kritiker auf der Automesse in Peking. "Was Elektromobilität angeht, muss man sagen, fahren sie fast gar nicht mit", sagte der deutsche Unternehmensberater Peter Hage von der Districom Group. Insgesamt hätten deutsche Hersteller in China "bisher sehr wenige Modelle wirklich im Vertrieb".

Daimler, BMW, VW: Hohes Ansehen in China

Dabei genössen sie in China hohes Ansehen. "Sie könnten mit ihrer Marke viel stärker ins Geschäft kommen, haben bisher aber nicht die Produkte", sagte der Berater, der seit 16 Jahren in der Autoindustrie in China tätig ist. "Je länger diese Situation vorhält, umso stärker ist es möglich für andere Anbieter, besonders Tesla , dieses Feld zu besetzen", sagte Hage. "Das Fenster wird immer kleiner."

China: Leitmarkt der Elektromobilität

"Der Leitmarkt der Elektromobilität ist China - und zwar mit deutlichem Abstand", sagte auch der Experte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM). "Man muss sehr aufpassen, da nicht abgehängt zu werden." Chinas Regierung tue viel. Es gebe Anreize für Käufer. Viele Metropolen beschränkten Benziner. Ladestationen würden ausgebaut. Chinesen seien offener für technische Innovationen. "Schon allein wegen China mussten deutsche Autobauer die E-Mobilität viel höher auf ihre Agenda setzen, weil der Druck enorm stark ist."

Der Automarkt in China hat sich für VW, BMW und Daimler zu einer Art Rettungsanker in der Krise entpuppt. Die Verkaufszahlen haben sich nach dem Lockdown schnell wieder erholt.

Nio (WKN: A2N4PB)

Jetzt gilt es, Boden auf die neuen Herausforderer in punkto E-Mobility gut zu machen. Nio, Li Auto, XPeng oder WM Motors rollen peu a peu ihre neuen Elektroautos aus und sorgen mit interessanten Konzepten (Akku-Wechsel-Konzept von Nio) für neue Ansätze.

ir.nio.com
Nio ES6

Volkswagen hat mit dem ID.3 sein erstes reines Elektromodell, das auf dem MEB-Baukasten gefertigt wurde, in Deutschland auf den Markt gebracht. Der ID.4 wird folgen.

Daimler: Quantensprung

Was Daimler betrifft, so wurde zuletzt die Factory 56 in Betrieb genommen. Eine komplett neue, rundum vernetzte und digitalisierte und CO2-neutrale Fabrik. Ein Quantensprung für Daimler. In der Factory 56 soll auch der EQS gebaut werden. Mit dem Elektromodell will Daimler ein Ausrufezeichen setzen. "Mit der neuen S-Klasse, dem EQS, will Daimler die Speerspitze des E-Autos im Luxurymarkt abbilden. Eine gute Entwicklung, aber eben etwas später als der VW-Konzern", sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer gegenüber dem AKTIONÄR.

Daimler sollte keine Zeit mehr verlieren, sonst könnte das Team von Ola Källenius den Anschluss an die neuen Herausforderer verlieren.

Daimler (WKN: 710000)

Fakt ist: Die Daimler-Aktie wird auch in den nächsten Monaten keinen Sprint aufs Parkett legen. Jedoch sollte das Papier sich kontinuierlich weiter nach oben bewegen. Unterbrochen von kleineren Konsolidierungsphasen lautet das nächste Etappenziel für die Daimler-Aktie nach wie vor 50,00 Euro. Wird auch diese Hürde genommen, liegt das nächste Kursziel im Bereich von 54,50 Euro und 55,00 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX).

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