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Boeing toppt Prognosen – Aktie fällt dennoch

Boeing toppt Prognosen – Aktie fällt dennoch
Foto: pa/ dpa/ Boris Roessler
Boeing Co. -%
Sarina Rosenbusch 27.01.2026, 13:56 Sarina Rosenbusch

Boeing hat im vierten Quartal die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen und sendet damit ein starkes Signal für die operative Erholung. CEO Kelly Ortberg sieht „viel Grund zum Optimismus“ für das Jahr 2026. Die Aktie gibt vorbörslich dennoch nach. 

Der Umsatz kletterte auf 23,9 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Analysten hatten mit nur 22,6 Milliarden Dollar gerechnet. Maßgeblich dafür waren deutlich gestiegene Flugzeugauslieferungen.

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 9,92 Dollar und entsprach damit den Markterwartungen. Der operative Cashflow belief sich auf rund 400 Millionen Dollar und war damit etwa doppelt so hoch wie von den Analysten prognostiziert. Im ausgewiesenen Ergebnis ist allerdings der Verkauf der Flugzeugnavigationseinheit Jeppesen enthalten.

Auslieferungszahlen überzeugen

Im Gesamtjahr lieferte Boeing 600 Flugzeuge aus. Es waren fast doppelt so viele wie im Vorjahr und der höchste Wert seit 2018. Allein im vergangenen Monat wurden 63 Maschinen übergeben, darunter 44 des Typs 737 Max.

Mit 1.173 Nettobestellungen im Jahr 2025 überholte der US-Konzern den europäischen Konkurrenten Airbus, der auf 889 Nettobestellungen kam. Bei den Auslieferungen liegt Airbus mit 793 Flugzeugen allerdings weiterhin vor Boeing.

Unsicherheiten bleiben

CEO Ortberg sprach zwar von Optimismus, erklärte aber auch: „Gleichzeitig gehen mit Fortschritt auch Erwartungen einher, und unsere Kunden und Stakeholder werden in diesem Jahr mehr von uns erwarten“.

Die Lage bleibt angespannt. Seit Anfang 2019 bis zum dritten Quartal 2025 hat Boeing rund 40 Milliarden Dollar an Barmitteln verbraucht. Die Anleger warten nun auf Aussagen zum realistischen Auslieferungstempo 2026, zur FAA-Genehmigung für eine Produktionsausweitung der 737 Max über 42 Maschinen pro Monat sowie zu den verzögerten Zertifizierungen der 737 Max 7, Max 10 und der 777X. Auch das Verteidigungsgeschäft, insbesondere die Verzögerungen bei den neuen Air-Force-One-Maschinen, bleibt ein Unsicherheitsfaktor.

Boeing (WKN: 850471)

Boing hat ein erstes Erholungssignal gesendet, ist aber noch lange nicht über dem Berg. Langfristig orientierte Anleger ziehen weiter den Rivalen Airbus vor, da hier die Risiken geringer sind. Die Airbus-Aktie hat seit Empfehlung im April 2025 rund 50 Prozent zugelegt. 

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