Die Anteile des Chemie-Riesen BASF ist im Laufe der Handelswoche auf ein neues 52-Wochen-Hoch geklettert – und das trotz der ganzen geopolitischen Risiken. Doch die Analysten von Kepler Cheuvreux treten auf die Euphorie-Bremse: Am Dienstag strich das Research-Haus die Kaufempfehlung für den Blue Chip.
Experte Christian Faitz von Kepler Cheuvreux sprach in seiner Studie mit Blick auf BASF von einem zuletzt spürbaren "Hype" wegen der Situation in Nahost, der aber übertrieben sei. Die Ludwigshafener würden nicht nur als relativer Gewinner, sondern auch als absoluter Gewinner der Krise betrachtet. BASF sei aber nicht vollständig geschützt. Er kürzte vor diesem Hintergrund seine Erwartungen und kappte sein Kursziel von 56 auf 54 Euro.
Zudem stufte Faitz den Titel von "Buy" auf "Neutral" ab. Dadurch präsentierte sich der zuletzt stark gelaufene Wert im Vergleich zum Gesamtmarkt in einer eher schwächeren Verfassung. Auch im frühen Handel am Mittwoch neigt der DAX-Wert zur Schwäche, was angesichts des Laufs zuletzt nicht verwunderlich ist.
Chemiewerte waren in der Frühphase der kriegerischen Auseinandersetzungen im Iran stark belastet worden. Zuletzt sorgte aber die Annahme, dass die Lage in Nahost die globale Chemikalien-Versorgung verknappt und europäische Anbieter von steigenden Preisen profitieren könnten, für Optimismus.
Klar ist: BASF dreht bei bestimmten Produkten an der Preisschraube. Zu Wochenbeginn wurde bekannt, dass BASF Pharma Solutions die globalen Preise für pharmazeutische Hilfsstoffe und ausgewählte aktive pharmazeutische Wirkstoffe (APIs) mit sofortiger Wirkung um bis zu 20 Prozent erhöhen wird.
Die Kepler-Abstufung drückt kurzfristig auf die Stimmung. DER AKTIONÄR bleibt mittel- bis langfristig aber weiterhin optimistisch für die BASF-Aktie gestimmt. Investierte Anleger setzen auf weiter steigende Kurse, ein Stopp bei 39,00 Euro sichert ab.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Heute, 08:04