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24.07.2020 Martin Mrowka

Airbus gibt nach: Zollkonflikt mit den USA vor dem Ende? Aktie nun befreit?

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Airbus

Seit Jahren brodelt es zwischen Europa und den USA wegen Subventionen für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing. Die Folge waren gegenseitige Strafzölle auf verschiedene Produkte. Nun haben die Europäer einen großen Schritt zur Beilegung des Streits gemacht. Doch die Airbus-Aktie sackt heute unter eine wichtige Linie.

Man habe sich mit den Regierungen Frankreichs und Spaniens darauf geeinigt, Änderungen an den Verträgen über die rückzahlbare Start-Investition für die A350 vorzunehmen, so Airbus in einer Mitteilung. Dies sei der letzte Schritt, um den langjährigen Streit zu beenden und jegliche Rechtfertigung für US-Zölle zu beseitigen.

Die Zinssätze entsprächen nun dem, was die Welthandelsorganisation WTO als angemessen betrachte, hieß es. "Wir haben alle Anforderungen der WTO vollständig erfüllt", so Airbus-Chef Guillaume Faury.

Hintergrund ist ein seit rund 15 Jahren andauernder Streit, bei dem sich die USA und die EU gegenseitig illegaler Beihilfen für die Luftfahrtkonzerne Airbus und Boeing beschuldigen. Die WTO hatte die Steuernachlässe für Airbus als illegal eingestuft. Bereits im Februar hatte die US-Seite erklärt, monierte Staatshilfen für Boeing beenden zu wollen.

Warnung an die USA

EU-Handelskommissar Phil Hogan hat die USA nun davor gewarnt, trotz der europäischen Zugeständnisse im Streit um Subventionen für den Flugzeugbauer Airbus an Strafzöllen festzuhalten. "Wir bestehen darauf, dass die Vereinigten Staaten diese ungerechtfertigten Zölle sofort aufheben", kommentierte Hogan.

Betroffen von den derzeitigen US-Strafzöllen in Höhe von 25 Prozent sind zum Beispiel Wein aus Deutschland und Frankreich, Parmesan aus Italien und Olivenöl aus Spanien. Zudem gilt auf Flugzeugimporte eine Sonderabgabe in Höhe von 15 Prozent. Zuletzt haben die USA sogar weitere Strafzölle auf Bier, Gin und Schokolade erwogen.

Für den Fall, dass die USA nicht einlenken, kündigte Hogan EU-Strafzölle auf US-Produkte an. Die EU habe bereits eine Liste mit US-Produkten erstellt, die für Strafzölle in Frage kämen. Eine Entscheidung der WTO zu bestimmten rechtswidrigen Subventionen für den amerikanischen Flugzeugbauer Boeing wird nach seinen Worten schon bald die rechtliche Grundlage dafür schaffen.

Aktie kämpft an 50-Tage-Linie

Das mögliche Ende des Zollstreits hilft der Airbus-Aktie heute nicht. Der MDAX-Wert rutschte in schwachem Umfeld bis Freitag-Mittag zeitweise um mehr als drei Prozent ab auf 63,29 Euro. Dabei unterschritt der Kurs die 50-Tage-Linie, die charttechnisch als kurzfristig trendbestätigender Indikator gilt. Zuletzt verkleinerte die Aktie ihr Minus wieder ein wenig.

Airbus (WKN: 938914)

Die Airbus-Aktie gehört nach wie vor nicht zu den Papieren, die man derzeit unbedingt haben muss. Es gibt derzeit deutlich attraktivere Aktien. Wer dem Rat vom AKTIONÄR Mitte März folgte und sich für gut 50 Euro ein paar Stücke ins Depot legte, hält die Papiere weiter. Spätestens bei 56 Euro sollte jedoch eine Stopp-Order gesetzt werden.

Welche Aktien aktuell größeres Potenzial versprechen, lesen Sie in der neuen Ausgabe vom AKTIONÄR, die ab Freitag im Zeitschriftenhandel erhältlich ist. Sie können das Heft jedoch auch online lesen – gleich hier nach Klick auf das folgende Bild:

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DER AKTIONÄR 31/20
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