Der Entertainmentriese Walt Disney hat am Mittwoch Zahlen vorgelegt und damit bei Anlegern wie Experten punkten können. Dank einer starken Entwicklung des Streamingdienstes sowie bei Filmen und Freizeitangeboten hat der Konzern die Erwartungen übertroffen. Die Aktie legt rund sieben Prozent zu.
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 hat Walt Disney den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf 25,2 Milliarden Dollar gesteigert. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um acht Prozent auf 1,57 Dollar. Beide Werte lagen über den Erwartungen am Markt. Unter dem Strich fiel der Gewinn zwar von 3,3 auf 2,25 Milliarden Dollar – dafür war aber ein Steuereffekt verantwortlich, da Disney vor einem Jahr eine Steuergutschrift bekam.
Der neue Konzernchef Josh D’Amaro geht davon aus, dass sich das Wachstum im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres noch beschleunigen wird. Wichtig war, dass der Streamingdienst Disney+ erstmals eine prozentual zweistellige Gewinnmarge erzielen konnte, nachdem im harten Wettbewerb etwa mit Netflix oder Amazon zuvor lange Verluste eingefahren wurden.
Auch die Filmsparte verzeichnete gute Ergebnis, nachdem die drei Produktionen „Avatar: Fire and Ash“, „Zoomania 2“ und „Hoppers“ gut anliefen und zusammen alleine mehr als 3,7 Milliarden Dollar an den Kinokassen einspielten. Auch in den Freizeitparks und auf den Kreuzfahrtschiffen von Walt Disney gaben die Kunden mehr aus. Hier droht wegen der schwierigen Konjunkturlage laut Management aber eine Eintrübung. Sorgenkind blieb zudem wieder einmal die Sportsparte, die angesichts geringerer Werbeeinahmen bei ESPN weniger Gewinn beisteuern konnte.
Die Disney-Aktie reagiert sehr positiv auf die Zahlen und löst sich weiter von den jüngsten Tiefs. Dennoch: Langfristig war mit dem Blue Chip zuletzt nicht wirklich viel zu holen. Das lineare TV-Geschäft bleibt schwierig, Streaming hart umkämpft und die Themenparks sind konjunkturabhängig. Angesichts dieser Fragezeichen und Baustellen drängt sich ein Einstieg nach wie vor nicht auf.
Heute, 20:34