Softbank treibt seine Offensive im KI-Sektor weiter voran: Laut einem Bericht von Bloomberg verhandelt der Konzern über einen Überbrückungskredit von bis zu 40 Milliarden Dollar, der vor allem zur Finanzierung weiterer Investitionen in OpenAI dienen soll.
Es wäre Softbanks bisher größte Kreditaufnahme. Der Kredit soll eine Laufzeit von rund zwölf Monaten haben und von mehreren Banken, darunter JPMorgan, bereitgestellt werden. Die Gespräche laufen noch, die Konditionen könnten sich daher ändern.
Investment zahlt sich aus
Bereits im Februar hatte Softbank bewiesen, wie stark der Konzern inzwischen vom Erfolg von OpenAI profitiert. Im Q3 erzielte das Unternehmen einen Nettogewinn von 248,6 Milliarden Yen (1,6 Milliarden Dollar), nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 369 Milliarden Yen angefallen war. Allein die Neubewertung des OpenAI-Stakes brachte einen Gewinn von 4,2 Milliarden Dollar, während Verluste bei Beteiligungen wie dem südkoreanischen E-Commerce-Konzern Coupang teilweise ausgeglichen wurden.
Risiken und Chancen
Die aggressive KI-Strategie hat aber auch ihre Schattenseiten. Die Rating-Agentur S&P Global Ratings stufte den Ausblick für die Softbank zuletzt von„stabil" auf „negativ" herab. S&P beließ das langfristige Emittentenrating zwar bei „BB+", warnte aber, dass das zusätzliche Engagement in OpenAI die Liquidität belasten und die Qualität des Portfolios verschlechtern könnte.
Softbank hielt Stand Dezember letzten Jahres etwa elf Prozent an OpenAI. Zwar sorgen die KI-Beteiligungen aktuell für hohe Bewertungsgewinne, doch Analysten zweifeln zunehmend daran, ob der Konzern seine immer größer werdenden Verpflichtungen langfristig problemlos finanzieren kann.
Aber: OpenAI bereitet einen Börsengang vor, der das Unternehmen mit bis zu einer Billion Dollar bewerten könnte. Vergangenen Freitag sammelte OpenAI in einer neuen Finanzierungsrunde 110 Milliarden Dollar ein, dabei steuerte auch Softbank 30 Milliarden Dollar bei (DER AKTIONÄR berichtete).
Softbank müsste sich massiv verschulden, um weiter in OpenAI zu investieren. Wenn das KI-Unternehmen aber wirklich mit bis zu einer Billion Dollar bewertet wird, dürfte Softbanks Beteiligung massiv an Wert gewinnen. Die Aktie legt am Freitag leicht zu, es gilt aber noch wichtige Hürden wie den GD50 und GD200 zu überwinden.
Softbank ist zusammen mit 14 anderen Unternehmen Teil des Robotik-Index des AKTIONÄR.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
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06.03.2026, 10:52