Unzählige Milliarden sind bereits in den KI-Sektor geflossen, doch ein Ende der ausufernden Investitionswelle scheint nicht in Sicht. Stattdessen will Softbank-Gründer Masayoshi Son laut Medienberichten erneut einen zweistelligen Milliardenbetrag in OpenAI pumpen.
Erst im vergangenen Monat hatte Softbank schlappe 22,5 Milliarden Dollar in OpenAI gesteckt. Doch damit nicht genug: Unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet Bloomberg am Mittwoch, dass Sam Altmans Start-up erneut eine milliardenschwere Kapitalspritze aus Japan erhalten könnte. Sollte der neue Mega-Deal zustande kommen, würde OpenAI Arm als wichtigstes Asset im SoftBank-Portfolio ablösen.
Um diesen massiven Kapitalbedarf zu decken, räumt Son sein Imperium radikal auf. Die Devise lautet: Liquidität um jeden Preis. SoftBank hat bereits seine Positionen bei Nvidia komplett aufgelöst, Anteile an T-Mobile US verkauft und die Gespräche über eine Übernahme des Rechenzentrumsbetreibers Switch Inc. auf Eis gelegt. Son will bei OpenAI offenbar „All-in“ gehen, um bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz in allen Endgeräten eine zentrale Rolle zu spielen.
OpenAI-Bewertung schwebt in astronomischen Höhen
Währenddessen tourt OpenAI-Chef Sam Altman durch den Nahen Osten, um weitere Geldgeber für eine Finanzierungsrunde ins Boot zu holen, die insgesamt über 50 Milliarden Dollar schwer sein könnte. Die Bewertung, über die dabei gesprochen wird, ist atemberaubend: Zwischen 750 und 830 Milliarden Dollar soll das Unternehmen wert sein. Damit spielt OpenAI bereits in der Liga der wertvollsten Konzerne der Welt – und das als nicht börsennotiertes Unternehmen.
Zum Erfolg verdammt
Doch wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Die Ratingagentur S&P Global Ratings hat bereits den Warnfinger gehoben. Durch die massiven Investitionen und die gleichzeitige Abhängigkeit von der Volatilität der Arm-Aktie gerät die Kreditwürdigkeit von SoftBank unter Druck. Analysten warnen zudem, dass OpenAI im KI-Wettlauf nicht mehr allein auf weiter Flur ist. Konkurrenten wie Googles Gemini holen auf, was die langfristige Dominanz von ChatGPT gefährden könnte.
Bei den Anlegern kommt die Nachricht zur Wochenmitte gut an: Für die Softbank-Aktie ging es in Tokio am Morgen zeitweise um mehr als acht Prozent nach oben, ehe die Gewinne auf rund die Hälfte abbröckelten. Davon profitiert auch der neue Robotik-Index des AKTIONÄR. Neben Softbank sind darin 14 weitere Unternehmen mit Fokus auf den neuen Megatrend vertreten. Weitere Infos zum Index finden Sie in der aktuellen Ausgabe. Diese können Sie hier erwerben.
Heute, 08:12