Der Spezialist für cloudbasierte Kommunikationslösungen hat im dritten Quartal so viel wie nie verdient. Doch ein schwacher Ausblick verhagelt Anlegern die Stimmung. Nach den am Donnerstagabend veröffentlichten Quartalszahlen schmiert das Papier von Twilio nachbörslich ab. Schon im regulären Handel ließ der Kurs kräftig Federn. Warum selbst Rekorde nicht mehr ausreichen und wie Analysten die weiteren Aussichten einschätzen.
Mit 1,56 Milliarden Dollar Umsatz nahm Softwareanbieter Twilio im dritten Quartal 20 Prozent mehr ein als ein Jahr zuvor. Ein Teil des Zuwachses entfiel auf höhere Netzbetreibergebühren, die Twilio lediglich an seine Kunden weiterreicht. Organisch wuchs das Geschäft aber immer noch um 16 Prozent. Zudem wurde die Schätzung der Analysten um 40 Millionen Dollar überboten.
Dass der Umsatzvorsprung diesmal schmaler ausfiel, führt CFO Aidan Viggiano vor allem auf das Nachrichtengeschäft zurück, das mit rund 60 Prozent Umsatzanteil der größte Geschäftsbereich des Konzerns ist: "Dort verlangsamte sich das organische Wachstum leicht: von 18 Prozent im zweiten auf 17 Prozent im dritten Quartal. In den übrigen Bereichen blieben die Wachstumsraten gegenüber dem Vorquartal weitgehend stabil."
Mit einem bereinigten Bruttogewinn von 768 Millionen Dollar lag die entsprechende Marge bei 49,2 Prozent. Das entspricht in etwa dem Vorjahresniveau. Der bereinigte operative Gewinn zog von 235 auf 326 Millionen Dollar kräftig an. Unter dem Strich kam Twilio auf einen Gewinn von 1,65 Dollar je Aktie und lag damit 0,40 Dollar über dem Vorjahreswert sowie 0,18 Dollar über den Erwartungen. Der freie Cashflow erreichte mit 370 Millionen Dollar im Q3 ebenfalls den höchsten Stand aller Zeiten.
"Die Verbreitung von KI erfordert eine schnelle, zuverlässige Infrastruktur, die auf die Geschwindigkeit von KI ausgelegt ist. Twilio ist bestens positioniert, um diese Gelegenheit zu nutzen und diese Nachfrage zu bedienen."
Höhere Jahresziele überzeugen nicht
Unmittelbar nach Veröffentlichung der Zahlen sackte die Aktie ab. Zuvor war Twilio noch bei 241,90 Dollar aus dem regulären Handel gegangen, wobei der Donnerstag mit minus 4,7 Prozent ebenfalls schwach war. Noch höhere Kursverluste im Tagesverlauf drückten den Kurs bereits gestern unter den Stopp des AKTIONÄR. Über Nacht ging es für die Twilio-Aktie dann zeitweise um mehr als 18 Prozent nach unten bis auf 197,00 Dollar.
Der Blick nach vorne verdarb den Anlegern die Freude am starken Quartal. ...
Heute, 09:45
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