Die Börse hatte Twilio 2022 schon abgeschrieben. Doch mit den Zahlen in der ersten Jahreshälfte 2026 hat sich der Spezialist für automatisierte Kundenkommunikation eindrucksvoll zurückgemeldet. Binnen eines Jahres hat sich die Aktie mehr als verdoppelt. Nach dem letzten Quartalsbericht schoss der Kurs an einem einzigen Handelstag um 25 Prozent nach oben. Das Überraschende: KI trägt bislang kaum zum Wachstum bei und könnte das Comeback erst noch richtig beflügeln.
Twilio dürfte einigen Anlegern noch als Pandemiegewinner bekannt sein. Als Unternehmen ihren Kundenkontakt während der Lockdowns im Eiltempo digitalisierten, schnellte die Nachfrage nach Twilios Kommunikationslösungen nach oben. Anschließend normalisierte sich das Wachstum und zugleich liefen die Kosten aus dem Ruder – es folgte der Absturz. Nach 22 Prozent Kursverlust im Jahr 2021 brach die Aktie 2022 um weitere 81 Prozent ein.
Inzwischen hat CEO Khozema Shipchandler, seit Januar 2024 im Amt, den Konzern auf Effizienz getrimmt. Im Zentrum der Strategie stehen "operative Strenge, finanzielle Disziplin und zielgerichtete Innovation", wie Rodney Nelson, Vice President Investor Relations, im Interview mit DER AKTIONÄR erklärt. Der Kurswechsel zeigt Wirkung: Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 22 Prozent auf 1,50 Milliarden Dollar – organisch lag das Plus bei 17 Prozent. Besonders dynamisch entwickelten sich Voice (plus 20 Prozent), Messaging (plus 28 Prozent) und die Self-Service-Lösungen (plus 30 Prozent). Twilio hat den Wachstumsmotor wieder angeworfen.
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