Die Vorlage für den DAX-Wert kommt aus New York: Marvell hat am Dienstag auf seinem Investorentag das Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2028 von 18 auf 20 Milliarden Dollar angehoben – Analysten hatten mit 18,2 Milliarden gerechnet. Die Marvell-Aktie schloss 5,8 Prozent höher. Was kommt davon bei Infineon an?
Infineon: Mehr Rechenzentren, mehr Strombedarf
Marvell entwickelt die Chips, die KI-Rechner miteinander verbinden, und begründet das höhere Ziel vor allem mit diesem Geschäft. Für Infineon zählt die Folge daraus: Jeder zusätzliche Serverschrank braucht Leistungshalbleiter, also Bauteile, die den Strom für die Prozessoren wandeln und regeln. Mit solchen Lösungen für KI-Rechenzentren hat der Konzern für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2026 mehr als 1,6 Milliarden Euro Umsatz angepeilt. Zuvor lag das Ziel bei 1,5 Milliarden. Wissen muss man, dass Marvells Zahl bis jetzt nur ein Ziel ist, noch kein Auftragsbuch. Und bei Infineon steht das KI-Geschäft erst für rund ein Zehntel des erwarteten Jahresumsatzes von 16,3 Milliarden Euro, den Rest tragen vor allem Auto und Industrie. Der Rückenwind ist echt, er erreicht aber nur einen Teil des Konzerns.
Die Infineon-Aktie ging gestern bei rund 64,7 Euro aus dem Xetra-Handel. Der nächste Widerstand liegt bei 65,5 Euro, dem Erholungshoch vom 12. August. Knapp darüber verläuft bei 66,8 Euro die 100-Tage-Linie. Als Unterstützung dient der Bereich um 60,8 Euro: An dieser Marke war der Kurs seit Anfang September mehrfach gescheitert, ehe am 2. Oktober der Ausbruch gelang. Die 200-Tage-Linie verläuft bei 55,9 Euro, die Aktie notiert also klar darüber. Fällt der Kurs unter 60,8 Euro zurück, wäre der Ausbruch gescheitert und die 200-Tage-Linie rückte wieder in den Blick. Bis zum Rekordhoch vom 22. Juni bei 88,8 Euro fehlen 37 Prozent.
Ob aus dem Rückenwind mehr wird, zeigt sich nach jetzigem Stand am 10. November. Dann legt Infineon die Zahlen für das vierte Quartal vor, und Vorstandschef Jochen Hanebeck hat angekündigt, die Prognose für das KI-Geschäft im Geschäftsjahr 2027 dabei voraussichtlich wesentlich anzuheben.
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