Die Intel-Aktie hat in den vergangenen Monaten eine beeindruckende Rally hingelegt. Fast 190 Prozent ging es für das Papier des Chip-Hersteller seit dem Tief im August letzten Jahres nach oben. Parallel stiegen auch die Erwartungen an die Zahlen für Q4 und Gesamtjahr. Während Intel diese erfüllte, stimmt der vorsichtige Ausblick Anleger skeptisch. Die Aktie sackt nachbörslich deutlich ab.
Im vierten Quartal sank der Umsatz um 4,1 Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 13,4 Milliarden Dollar gerechnet. Beim bereinigten Gewinn je Aktie meldete der Konzern 15 Cent und lag damit klar über den erwarteten acht Cent.
In den einzelnen Sparten zeigte sich ein gemischtes Bild. Die Client-Computing-Sparte erzielte im vergangenen Quartal Erlöse von 8,2 Milliarden Dollar und verfehlte damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 8,3 Milliarden Dollar knapp. Das Datacenter-Geschäft entwickelte sich besser und kam auf 4,7 Milliarden Dollar – erwarteten wurden 4,4 Milliarden Dollar. Die Foundry-Sparte steuerte 4,5 Milliarden Dollar bei, ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Auftragsfertiger-Sparte, die Kunden außerhalb des Unternehmens ansprechen und die Auslastung erhöhen soll bleibt aber weiter fast vollständig von Aufträgen aus den eigenen Konzernbereichen abhängig.
Ausblick belastet
Der Blick nach vorn trübt jedoch das Bild. Für das laufende erste Quartal stellt Intel Erlöse zwischen 11,7 und 12,7 Milliarden Dollar in Aussicht. Der Mittelwert bleibt unter der Analystenerwartung von 12,6 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie rechnet das Management lediglich mit einer schwarzen Null, während der Markt zuvor mit acht Cent Gewinn kalkuliert hatte.
Hintergrund sind anhaltende Probleme in der Fertigung. Intel kämpft weiter mit schwachen Ausbeuten in den eigenen Fabriken, also dem Anteil funktionsfähiger Chips je Produktionslauf. Das begrenzt die Lieferfähigkeit, obwohl die Nachfrage laut Management hoch ist. Zusätzlich hatte der Konzern im vierten Quartal einen Großteil seiner Lagerbestände abgebaut, was den Spielraum zu Jahresbeginn weiter einschränkt.
Der verhaltene Ausblick überwiegt am Donnerstagabend die guten Zahlen, die Intel-Aktie verliert nachbörslich knapp sechs Prozent. Der Rücksetzer ist nach der vorangegangenen Rally jedoch kein Grund zur Sorge. Bei einem Plus von 84 Prozent im bisherigen Jahresverlauf genügen Kleinigkeiten für größere Abschläge. Die langfristigen Aussichten bleiben intakt, die Nachfrage ist da. Wer investiert ist, bleibt am Ball.
22.01.2026, 22:23