Drei Kreditlinien, null Inanspruchnahme, Rekordinvestitionen: Musks Konzern baut vor, bevor der freie Cashflow ins Minus rutscht. Was hinter dem Polster steckt und welche Marken im Chart jetzt zählen.
Tesla legt sich ein gewaltiges Finanzpolster zu. Laut einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vom Dienstag hat der Konzern drei Kreditvereinbarungen über zusammen 30 Milliarden Dollar unterzeichnet. Kern ist ein Terminkredit über 20 Milliarden Dollar, abrufbar bis September 2027. Dazu kommen zwei revolvierende Linien: acht Milliarden Dollar mit fünf Jahren Laufzeit und zwei Milliarden Dollar mit 364 Tagen.
Tesla: Geld für die Rekordinvestitionen
Gezogen ist bislang kein Dollar, und 2026 soll das auch so bleiben. Die neuen Linien ersetzen einen ungenutzten Rahmen über fünf Milliarden Dollar. Hintergrund ist das Investitionstempo: Mindestens 25 Milliarden Dollar will Tesla in diesem Jahr ausgeben, nach 8,50 Milliarden Dollar im Jahr 2025 – für KI-Rechenkapazität, Solarzellen und die mit SpaceX geplante Chipfabrik. Musk nannte am Dienstag in Washington Berichten zufolge 200 Gigawatt Solarproduktion pro Jahr als gemeinsames Ziel mit SpaceX.
Die Kehrseite zeigt der Cashflow. Analysten erwarten laut LSEG-Daten einen negativen freien Cashflow von 9,78 Milliarden Dollar, die Ratingagentur Fitch rechnet mit mehreren Jahren im Minus und steigender Verschuldung. Ende Juni lagen dagegen rund 43,5 Milliarden Dollar in der Kasse. Für 2026 reicht das, der Test kommt ab 2027. Laut ARK-Handelsmeldung kaufte Cathie Woods Innovation-ETF am Dienstag dennoch 48.352 Aktien, zum Schlusskurs rund 17,1 Millionen Dollar.
Die Aktie schloss am Dienstag bei 352,84 Dollar und ist seit Jahresbeginn rund 22 Prozent im Minus. Der nächste Widerstand liegt bei etwa 385 Dollar, wo die Aktie im September dreimal scheiterte. Nach unten stützt die Zone um 350 Dollar, knapp darunter verläuft die 50-Tage-Linie bei rund 347 Dollar. Rutscht die Aktie unter die 50-Tage-Linie, kommt das 52-Wochen-Tief bei 297,38 Dollar ins Spiel.
Tesla ist keine laufende Empfehlung des AKTIONÄRs. Wer dennoch in das Musk-Universum investieren möchte: Das AKTIONÄR-Depot setzt weiterhin auf SpaceX.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
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