Auf dem DevDay hat OpenAI gestern eine eigene Bürowelt samt KI-Agenten vorgestellt – und tritt damit gegen Word, PowerPoint und Teams an. Pikant: Microsoft ist der größte Anteilseigner. Was das für die Aktie bedeutet.
Mehr als 20 Neuheiten in einer Keynote – und eines davon zielt mitten ins Kerngeschäft von Microsoft. Auf dem DevDay, seiner jährlichen Entwicklerkonferenz und großen Produktbühne in San Francisco, hat OpenAI am Dienstag ChatGPT Space vorgestellt. Der Arbeitsraum bündelt Dokumente, Präsentationen, Aufgaben und Wissen eines Teams – das Revier von Word, PowerPoint und Teams. Per Plugin sollen zudem ganze Anwendungen direkt in ChatGPT laufen. Die Hauptrolle spielen die neuen Dots: KI-Agenten, die rund um die Uhr arbeiten, einen eigenen Cloud-Rechner nutzen und sich mit mehr als 4.000 Anwendungen verbinden.
Microsoft: Eigentümer, Partner, Konkurrent
Brisant ist der Vorstoß, weil Microsoft mit rund 27 Prozent der größte Anteilseigner von OpenAI ist. Im Oktober 2025 war dieses Paket 135 Milliarden Dollar wert. Außerdem bekommt Microsoft bis 2030 ein Fünftel der OpenAI-Umsätze, allerdings nur bis zu einer Obergrenze. Einen Sonderstatus hat Microsoft aber nicht mehr: Seit April darf OpenAI seine KI-Modelle auch über Rechenzentren anderer Anbieter verkaufen.
Doch Microsoft verdient an jedem ChatGPT-Abo mit. Die meisten Großkunden arbeiten täglich mit Word, Excel und Teams – sie wechseln nicht über Nacht. Zudem reagierte Microsoft noch am selben Tag: Firmen sollen die Dots über Agent 365 steuern können, Microsofts Schaltzentrale für KI-Agenten, für 15 Dollar je Nutzer und Monat.
Die Aktie schloss am Dienstag bei rund 509 Dollar. Den ersten Widerstand bildet das Jahreshoch auf Schlussbasis von 516 Dollar vom vergangenen Freitag. Darüber wartet das 52-Wochen-Hoch bei 554 Dollar. Unterstützung liefert die Zone um 490 Dollar, an der die Aktie im September mehrfach nach oben drehte. Die 200-Tage-Linie verläuft bei 432 Dollar. Ein Schlusskurs unter 490 Dollar würde die Seitwärtsspanne seit Anfang August nach unten auflösen.
Ob OpenAI dem Großaktionär am Ende mehr Kunden bringt oder nimmt, klären die nächsten Entwicklungen. Einen ersten Beleg liefert Microsoft mit den Quartalszahlen Ende Oktober.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Microsoft.
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