Die KI-Euphorie an der Wall Street befindet sich längst in neuen Dimensionen. Der S&P 500 und der Nasdaq 100 erreichen täglich neue Bestmarken und die Bewertungen von KI-Firmen überschlagen sich. Nachdem zuletzt SpaceX und OpenAI mit angestrebten Bewertungssummen im Billionenbereich Schlagzeilen gemacht haben, startet Anthropic den nächsten Angriff. Nach der jüngsten Finanzierungsrunde kommt der Entwickler des KI-Chatbots Claude nun auf eine Gesamtbewertung von 965 Milliarden Dollar und übertrifft damit seinen Rivalen OpenAI.
Anthropic sammelt in einer neuen Finanzierungsrunde weitere 65 Milliarden Dollar ein und steigt damit zum wertvollsten KI-Startup der Welt auf. Die Bewertung beläuft sich nun insgesamt auf 965 Milliarden Dollar – mehr als OpenAI derzeit auf die Waage bringt. Der ChatGPT-Entwickler kam Ende März nach Abschluss der Rekordfinanzierungsrunde auf eine Bewertung von 852 Milliarden Dollar. Wie DER AKTIONÄR berichtete, strebt OpenAI beim Börsengang im September jedoch eine Bewertung in Höhe von einer Billion Dollar an.
Anthropic legt nach: Claude Opus 4.8 ist da
Der annualisierte Umsatz liegt laut Unternehmensangaben inzwischen bereits bei rund 47 Milliarden Dollar. Zu Jahresbeginn hatte diese noch bei 30 Milliarden Dollar gelegen. Das rasante Wachstum verdankt sich vor allem dem Erfolg des KI-Programmierassistenten Claude Code.
Im Rekordtempo bringt Anthropic neue KI-Modelle auf den Markt. Erst heute stellte Anthropic mit „Claude Opus 4.8“ die nächste Generation seiner KI vor.Die neue Version ermöglicht Nutzern eine deutlich feinere Steuerung der Rechen- und Analyseleistung und soll komplexe Aufgaben effizienter bearbeiten können. Gleichzeitig wurde die Zuverlässigkeit verbessert: Laut Anthropic übersieht das Modell Programmierfehler viermal seltener als der Vorgänger und setzt damit neue Maßstäbe bei Qualität und Sicherheit.
SpaceX: Elon Musk verspricht 10-mal schnelleres KI-Training
Mitten im Countdown zum wohl größten Börsengang der Geschichte liefert auch Elon Musk den Investoren frisches Futter. Der Tech-Milliardär verkündete auf seinem Messaging-Dienst X, dass SpaceX kurz vor der Fertigstellung einer vollständig selbst entwickelten KI-Trainingssoftware steht. Diese wurde speziell für einen gigantischen Cluster aus 220.000 Nvidia-GPUs entwickelt und soll laut Musk zehnmal so schnell arbeiten wie etwa Googles Standardlösung JAX, auf der zum Beispiel die Gemini-Modelle und Claude-Modelle trainiert werden. Ziel sei es, die nächste Generation des KI-Modells Grok deutlich effizienter zu trainieren.
Ob die versprochenen Geschwindigkeitsvorteile in der Realität erreicht werden, wurde bislang nicht durch unabhängige Benchmarks bestätigt. Vielmehr dürfte es hier um Investor-Storytelling vor dem Mega-IPO von SpaceX gehen. SpaceX will sich nicht mehr nur als Raumfahrtkonzern oder Satellitenanbieter verkaufen, sondern als vollständig integrierter KI-Gigant. Nach der Fusion mit xAI kontrolliert das Unternehmen inzwischen weite Teile der Wertschöpfungskette selbst – von den Rechenzentren über die Chips und Trainingssoftware bis hin zu den KI-Modellen.
Der Finanzierungsboom dürfte die Börsenfantasie quer durch den Tech-Sektor weiter anheizen. Besonders gefragt bleiben Infrastrukturwerte, die vom weltweiten Ausbau der KI-Rechenzentren profitieren – etwa Chiphersteller, Cloud-Anbieter oder Energie- und Kühlversorger. Mit dem Künstliche Intelligenz Index des AKTIONÄR bleiben Anleger beim Megatrend am Ball und investieren gleich in mehrere spannende Player aus diesem Bereich. Alle Infos zum Index sowie zu den verschiedenen Investitionsmöglichkeiten finden Sie hier.
In der aktuellen Ausgabe 23/2026 stellt DER AKTIONÄR zudem einen Player vor, der am IPO-Boom in diesem Jahr besonders kräftig mitverdienen dürfte. Über diesen Link gelangen Sie zum E-Paper.
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28.05.2026, 21:54