Aktien aus der deutschen Reisebranche haben am Freitag deutlich Rückenwind erhalten. Auslöser waren neue Signale für eine mögliche Entspannung im Nahen Osten, die zugleich den Ölpreis unter Druck setzten. Davon profitierten insbesondere Unternehmen, deren Geschäft stark von den Treibstoffkosten abhängt. Die Aktien von Sixt, Lufthansa und TUI legen bis zum Mittag zwischen 2,8 und 4,5 Prozent zu.
Hintergrund sind Aussagen aus den USA, wonach sich Washington und Teheran bei Gesprächen über eine Verlängerung der Waffenruhe sowie weitere Verhandlungen angenähert haben. Von einer endgültigen Einigung kann allerdings noch keine Rede sein. US-Vizepräsident JD Vance erklärte, bei einer gemeinsamen Absichtserklärung seien bereits erhebliche Fortschritte erzielt worden. In einigen Punkten bestehe jedoch weiterhin Klärungsbedarf. Zudem steht eine Zustimmung von US-Präsident Donald Trump noch aus.
Besonders gefragt waren die Papiere von TUI. Die Aktie übersprang die Marke von sieben Euro und erreichte damit den höchsten Stand seit rund fünf Wochen. Gleichzeitig rückt die viel beachtete exponentielle 200-Tage-Linie wieder näher, die von vielen Marktteilnehmern als wichtiger Indikator für den langfristigen Trend betrachtet wird. Zuvor gilt es, das Aprilhoch bei 7,62 Euro zu knacken. Trotz der jüngsten Erholung bleibt die Jahresbilanz allerdings deutlich negativ: Seit Jahresbeginn steht bei der Aktie weiterhin ein Minus von rund 20 Prozent zu Buche.
Unterstützung kommt zudem von Analystenseite. Barclays hält an der Einstufung „Overweight“ für TUI fest. Analyst Andrew Lobbenberg verweist auf die derzeitige Unsicherheit bezüglich der Durchschnittserlöse im europäischen Kurzstreckenflugverkehr während der Sommersaison. Er rechnet damit, dass viele Reisende ihre Buchungen in diesem Jahr später als gewöhnlich vornehmen werden.
DER AKTIONÄR hatte ein Abstauberlimit bei 6,25 Euro platziert. Dieses ist im Zuge der jüngsten Korrektur aufgegangen. Anleger können sich nun bereits über einen schönen Gewinn freuen. Auch für risikobereite Neueinsteiger, die auf ein Comeback der Reisebranche setzen wollen, ist es noch nicht zu spät. Ein Stopp bei 5,90 Euro sichert die Position nach unten ab.
Heute, 12:42