Gute Nachrichten für die Reisebranche: Der Deutsche Reisesicherungsfonds senkt die Entgelte für Pauschalreisen erneut – und zwar deutlich. Reiseveranstalter wie TUI werden damit spürbar entlastet. Die Märkte feiern die Nachricht. Die TUI-Aktie spring rund fünf Prozent in die Höhe. Der Reisekonzern selbst fordert aber noch mehr.
Das Wichtigste kurz und knapp
• Der Deutsche Reisesicherungsfonds halbiert die Entgelte für Pauschalreisen auf 0,25 Prozent.
• TUI und andere Reiseveranstalter werden dadurch deutlich entlastet.
• Die TUI-Aktie legt rund fünf Prozent zu.
Erst vor wenigen Tagen hatte TUI drastische Reformen beim Deutschen Reisesicherungsfonds gefordert (DER AKTIONÄR berichtete). Dieser Forderung wurden nun zumindest teilweise erhört. Deutsche Reiseveranstalter müssen bei Pauschalreisen künftig weniger Vorsorge gegen Insolvenzen treffen.
Der Deutsche Reisesicherungsfonds (DRSF) hat die Entgelte erneut gesenkt, die für jede Reise gezahlt werden müssen. Zum 1. November sinken sie auf 0,25 Prozent des jeweils absicherungspflichtigen Umsatzes. Das ist eine Halbierung gegenüber dem aktuellen Satz von 0,5 Prozent.
Bereits im vergangenen Jahr waren die Beiträge zweimal gesenkt worden. Hintergrund: Der 2021 nach der Thomas-Cook-Pleite eingerichtete Fonds gilt mittlerweile als überkapitalisiert. Die Branche hatte daher weitergehende Entlastungen verlangt.
Am Schutz der Verbraucher ändert sich nach Angaben des Fonds nichts. „Wir stellen sicher, dass Pauschalreisende im Insolvenzfall eines bei uns abgesicherten Reiseveranstalters ihren Urlaub fortsetzen können, sicher nach Hause kommen und das ihnen zustehende Geld zurückerhalten. Damit schützen wir die Ansprüche von rund 24 Millionen Reisenden pro Jahr“, betont Fonds-Geschäftsführer Andreas Gent.
Für die Branche ist die Entlastung erheblich: Die Maßnahme soll Reiseveranstaltern jährlich etwa 70 Millionen Euro einsparen. Gleichzeitig werden die von den Veranstaltern zu hinterlegenden Sicherheitsleistungen um rund 560 Millionen Euro reduziert. Der Deutsche Reiseverband (DRV) begrüßt die Entscheidung als wichtiges Signal für die Branche, verlangte aber weitere Entlastungen.
TUI geht aber sogar noch einen Schritt weiter. Der Konzern hält sogar eine Absenkung der Gebühren auf null für möglich, ohne die Absicherung der Kunden zu vernachlässigen. Mit einer professionellen Anlagestrategie könne das Fondsvermögen von rund einer Milliarde Euro laut TUI durch Verzinsung weiter ausgebaut werden.
Die erneute Gebührensenkung ist für TUI ein positives Signal. Sie reduziert Kosten und setzt gebundene Liquidität frei. Dementsprechend ist die positive Reaktion der Aktie nachvollziehbar. DER AKTIONÄR hat frühzeitig auf eine Erholungsbewegung gesetzt. Seit der Empfehlung in Ausgabe 13/16 Ende April steht nun bereits ein Plus von 23 Prozent zu Buche. Investierte Anleger lassen die Gewinner weiterlaufen.
TUI springt – doch diese Reise-Aktie hat noch mehr Fantasie
Die Reisebranche kommt wieder in Schwung. Neben TUI gibt es eine noch spannendere Story: ein Unternehmen mit starker Marke, günstiger Bewertung und echter Übernahmefantasie.
Welche?` Das zeigt AKTIONÄR-Experte Michael Herrmann im neuen Aktienreport „3 heiße Übernahmechancen“ - inklusive Hebel-Chance auf über 100 Prozent.
FAQs
Was macht TUI?
TUI ist ein internationaler Reisekonzern mit Angeboten rund um Pauschalreisen, Hotels, Kreuzfahrten, Fluggesellschaften und Reisevertrieb.
Wovon hängt die Entwicklung der TUI-Aktie ab?
Wichtige Faktoren sind Buchungstrends, Margen, Schuldenabbau, Ölpreise, geopolitische Risiken, Konsumklima und die Entwicklung der Reisebranche.
Ist die TUI-Aktie für konservative Anleger geeignet?
Eher nicht. Die Aktie gilt als schwankungsanfällig und eignet sich vor allem für risikobereite Anleger, die auf eine Erholung der Touristikbranche setzen.
Heute, 14:25