Amazon verhandelt laut Wall Street Journal über den Kauf des KI-Start-ups Decart für rund sieben Milliarden Dollar, ein Abschluss könnte bald folgen. Anthropic hatte bei demselben Unternehmen im September nach eingehender Prüfung abgewunken.
Amazon greift damit nach einer Software, die KI-Modelle schneller und billiger auf unterschiedlichen Chips laufen lässt. Entwickler können mit ihr leichter zwischen Prozessoren verschiedener Hersteller wechseln. Decart wurde 2023 von israelischen Ingenieuren gegründet und baut zudem Videomodelle wie Lucy und Oasis. Noch sind die Gespräche nicht bestätigt, weder Amazon noch Decart haben sich geäußert.
Amazon-Aktie: Was kostet der Decart-Deal?
Der Preis ist sportlich. Im Mai wurde Decart mit knapp vier Milliarden Dollar bewertet, sieben Milliarden wären rund drei Viertel mehr. Anthropic hatte im August über etwa sechs Milliarden Dollar verhandelt. Für Amazon wäre es nach Whole Foods und MGM der drittgrößte Zukauf. In den vergangenen zwölf Monaten hat Amazon 173 Milliarden Dollar investiert, der Kaufpreis entspräche rund vier Prozent davon.
Der eigentliche Hebel liegt bei den Chips. Amazon baut mit Trainium eigene KI-Prozessoren gegen Nvidia. Software, die Rechenlast von Nvidia auf Amazons Chips verschiebt, macht Trainium für Kunden attraktiver. Anthropic, an dem Amazon als Großinvestor beteiligt ist, hat dieselben Bücher geprüft und nicht einmal den niedrigeren Preis bezahlt. Zudem lag Amazons Free Cash Flow wegen der Rechenzentren zuletzt bei minus 11,63 Milliarden Dollar.
Die Aktie schloss am Freitag bei rund 262 Dollar, ein Plus von drei Prozent. Erster Widerstand ist das Septemberhoch um 268 Dollar, der Kurs liegt knapp zwei Prozent darunter. Das 52-Wochen-Hoch aus dem August bei 287 Dollar ist 8,62 Prozent entfernt. Unterstützung bietet die am Freitag zurückeroberte 50-Tage-Linie bei 259 Dollar, darunter die 20-Tage-Linie bei 252 Dollar. Die 200-Tage-Linie verläuft bei 242 Dollar, der Kurs notiert 8,37 Prozent darüber. Fällt die Aktie unter 252 Dollar, rückt die Zone um 240 Dollar mit dem Aufwärtstrend seit Februar in den Blick.
Welches Chipunternehmen jetzt mit starken Wachstumsraten punktet, lesen Sie im Beitrag „Wieder on fire“ auf Seite 36 der neuen Ausgabe des AKTIONÄRS – Titelthema: „Zinsschock: Diese 3 Aktien trotzen dem Druck“.
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Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Amazon befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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