Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sind in der Woche zum 3. Oktober auf 197.000 gesunken. Das meldete das US-Arbeitsministerium gerade. Volkswirte hatten mit 200.000 Anträgen gerechnet. Den Wert der Vorwoche revidierte die Behörde von 197.000 auf 199.000 – gegenüber dieser neuen Basis ergibt sich ein Rückgang um 2.000. Vor einem Jahr lagen die Erstanträge bei 233.000.
- Erstanträge: 197.000 nach revidiert 199.000, erwartet waren 200.000
- Folgeanträge: 1,72 Millionen, erwartet waren 1,71 Millionen
- Vierwochendurchschnitt: 198.000 nach 200.500 – niedrigster Stand seit mehr als einem Jahr
Die Zahl der Folgeanträge, also der Menschen, die bereits Leistungen beziehen, stieg in der Woche zum 26. September um 17.000 auf 1,72 Millionen. Erwartet worden waren 1,71 Millionen. Den Vorwochenwert, den niedrigsten Stand seit März 2023, nahm das Ministerium leicht nach unten auf knapp 1,70 Millionen. Vor einem Jahr bezogen noch 1,93 Millionen Amerikaner Leistungen. Wer in den USA seine Stelle verliert, findet also etwas langsamer eine neue. Neue Entlassungen kommen aber nicht hinzu.
Der Vierwochendurchschnitt glättet die Ausschläge einzelner Wochen und ist deshalb die verlässlichere Zahl. Er fiel um 2.500 auf 198.000 und liegt damit so niedrig wie seit mehr als einem Jahr nicht. Aber, die 207.000 Anträge aus der ersten Septemberwoche sind aus dem Schnitt herausgefallen. Die Erstanträge selbst liegen nun die vierte Woche in Folge unter 200.000.
Darum sind die Erstanträge für die Kursentwicklung wichtig
Die Erstanträge kommen jede Woche und zeigen Entlassungen früher als jede andere amtliche Statistik. Normalerweise freut sich die Börse über niedrige Zahlen. Im Moment ist es umgekehrt. Die Fed hat am 16. September erstmals seit Juli 2023 den Leitzins angehoben, auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Solange kaum jemand entlassen wird, kann die Fed die Zinsen weiter anheben, ohne dem Arbeitsmarkt zu schaden. Ob sie es tut, entscheiden aber die Verbraucherpreise. Sie zeigen, wie hoch die Inflation ist. Die Erstanträge zeigen nur, wie viel Zinsdruck die Wirtschaft verträgt
Mitte Juli waren die Erstanträge auf 189.000 gefallen, den tiefsten Wert seit 1969. Dazu passt der Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag auf den ersten Blick nicht: Im September entstanden nur 29.000 Stellen, erwartet waren 90.000, die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 Prozent. Beides zusammen ergibt ein klares Bild. Die Unternehmen stellen kaum noch ein, sie entlassen aber auch niemanden.
Wichtig zu wissen
Die Zahl ändert nichts. Der schwache Stellenbericht hat sich nicht in Entlassungen übersetzt, der Fed fehlt damit ein Grund, vom Kurs abzurücken. Zwei Termine entscheiden, wie viel die Erstanträge am Ende wert sind. Am Mittwoch, 14. Oktober, kommen um 14:30 Uhr die Verbraucherpreise für September. Am 27. und 28. Oktober tagt der Offenmarktausschuss der Fed, sechs Tage vor den Kongresswahlen am 3. November.
Die US-Börsen dürften am Donnerstag schwächer eröffnen. Die Futures auf den Dow Jones Index stehen vorbörslich 0,7 Prozent im Minus, die auf den S&P 500 0,4 Prozent, die auf den Nasdaq 100 0,7 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei 5,32 Prozent. Ein Barrel WTI kostet 92,50 Dollar, die Feinunze Gold rund 4.150 Dollar.
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