Das ist Ihre Erfolgsstrategie für schwache Börsen
22.03.2022 Andreas Deutsch

Falken schocken Bullen – Jerome Powells Spiel mit dem Feuer

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S&P 500

Fed-Chef Jerome Powell galt lange als besonnener Chef der amerikanischen Notenbank. Doch seine Rhetorik wird immer aggressiver. Am Montag sprach Powell von einer „viel zu hohen Inflationsrate“ und brachte die Möglichkeit schnellerer Erhöhungen des Leitzinses ins Spiel. Powell sollte es nicht übertreiben.

Powells Kurswechsel innerhalb von drei Monaten kommt zu einer Zeit, in der die Welt fragil ist wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr. Im Krieg zwischen Russland und der Ukraine gibt es nach wie vor nicht das kleinste Anzeichen von Entspannung. Infolge von Corona-Ausbrüchen in China könnten sich die Lieferkettenprobleme weiter verschlimmern. Zudem droht eine massive Ernährungskrise.

Der amerikanische Arbeitsmarkt steht noch ordentlich da. Die Arbeitslosenrate lag zuletzt nur bei 3,8 Prozent, viele Unternehmen suchen dringend neues Personal. Doch eine zu aggressive Fed-Politik könnte den Konsum, seit jeher tragende Säule der US-Konjunktur, schnell abwürgen.

„Wenn die Fed die Zinsen weiter anhebt und ihre Bilanz schrumpft, wird es keine weiche Landung geben“, sagt Peter Boockvar, Chief Investment Officer bei Bleakley Advisory Group. „Die einzige Frage ist, wie viel Konjunkturabschwächung sie zu tolerieren bereit ist.“

Die Analysten von CMC Markets weisen darauf hin, dass die Rendite-Differenz zwischen zehn- und zweijährigen US-Staatsanleihen nur noch leicht positiv ist. „Seit dem zweiten Weltkrieg hat sich diese Zinskurve achtmal invertiert und jedes Mal folgte darauf eine Rezession.“

Auch jetzt sei die Angst begründet. „Denn die Weltwirtschaft könnte schon Mitte kommenden Jahres gänzlich anders aussehen als heute.“

Mut macht das Research-Team von Blackrock: „Wir gehen davon aus, dass die Fed hinter dem Gesagten zurückbleiben und gezwungen sein wird, mit der Inflation zu leben.“

S&P 500 (WKN: CG3AA5)

Mit ihrem Kurs dürfte die Fed in den kommenden Wochen für eine Menge Volatilität an den Aktienmärkten sorgen. Profiteure der Strategie sind in erster Linie die amerikanischen Banken. DER AKTIONÄR favorisiert Bank of America (+70 Prozent seit Empfehlung im Herbst 2020) und Wells Fargo (+75 Prozent seit Januar 2021).

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