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22.12.2020 Nikolas Kessler

Bitcoin: Alles halb so wild

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Bitcoin

Seit Jahresanfang hat der Bitcoin in der Spitze rund 236 Prozent an Wert gewonnen und dabei neue Höchststände erreicht. Eine starke Entwicklung, keine Frage. Andere Assetklassen wie Gold und die großen Aktienindizes DAX, Dow & Co hat er damit klar hinter sich gelassen. Doch mit Blick auf die Top-Performer am Aktienmarkt relativiert sich die Performance.

Die Aktie von Tesla beispielsweise hat 2020 trotz eines Rücksetzers nach der Aufnahme in den S&P 500 am Montag satte 676 Prozent zugelegt. Der chinesische E-Auto-Rivale Nio kommt sogar auf 1.118 Prozent Kursplus seit Anfang Januar.

Zu den Outperformern am Aktienmarkt zählen auch die Papiere der Impfstoff-Entwickler Moderna und BioNTech, die mit Kurssteigerungen von 607 beziehungsweise 250 Prozent ebenfalls noch besser abgeschnitten haben als der Bitcoin.

Nach Einschätzung von Meltem Demirors, Chefstrategin beim digitalen Vermögensverwalter CoinShares, erscheine der Bitcoin dadurch weniger volatil. „Wenn man sich die astronomischen Kursgewinne am Aktienmarkt ansieht, dann fühlt sich der Anstieg beim Bitcoin halb so wild an“, sagte sie in einem Interview mit CNBC.

Volatilität sei bekanntlich immer relativ, so die Expertin weiter. Und im gegenwärtigen Gesamtmarkt zeige der Bitcoin vergleichsweise geringere Schwankungen als in der Vergangenheit.

„Die Welt hat sich verändert“

Die Gründe dafür sind vielfältig: So sind Teile der gigantischen Hilfszahlungen und Konjunkturpakete der Regierungen auch in Aktien und den Bitcoin geflossen. Angesichts der Milliardensummen, die von den Notenbanken in die Märkte gepumpt werden, wächst allerdings auch die Sorge vor Inflation. Vor diesem Hintergrund steigt auch die Nachfrage nach Assets zur Absicherung wie Gold oder eben dem Bitcoin.

Speziell in den letzten Monaten haben auch zahlreiche große Investoren den Bitcoin als Inflations-Hedge für sich entdeckt und erste Positionen aufgebaut. In der Regel verfolgen sie dabei einen längerfristigen Ansatz als private Anleger, die tendenzielle eher kurzfristig auf Kurssteigerungen spekulieren. Das könnte zu einem nachhaltigeren Kursanstieg und weniger Schwankungen führen, glaubt auch Demirors. Der Bitcoin sei gereift.

Der Trend, dass auch Konzerne und Family Offices Bitcoin kaufen, dürfte sich fortsetzen: „Früher war es ein Risiko für die Karriere, in Bitcoin zu investieren. Heute ist es ein Risiko für die Karriere, es nicht zu sein“, so die Investment-Expertin.

Kein Vergleich zu 2017

Der Bitcoin hat sich seit Jahresanfang mehr als verdreifacht und am Wochenende bei 24.210 Dollar ein neues Allzeithoch markiert. Auf dem Weg zum bisherigen Höchststand von Ende 2017 hatte er binnen eines Jahres aber über 2.000 Prozent zugelegt. Auch diese Betrachtung hilft, den aktuellen Anstieg in Perspektive zu setzen und weckt Hoffnung, dass auch die aktuelle Bitcoin-Rallye noch reichlich Luft nach oben hat.  

Dass der Kurs nach den Rekorden vom Wochenende derzeit etwa zurückkommt, ist zunächst kein Grund zur Sorge und hilft, die kurzfristig überkaufte Situation zu entspannen. Mittel- und langfristig dürfte die Rallye mit immer neuen Hochs weitergehen. Spekulativ kaufen!

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Hinweis auf Interessenkonflikt:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Bitcoin.

Autor Nikolas Kessler ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren: Bitcoin.

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