Am Freitag verlor Anthropic vor Gericht gegen das Pentagon, für Sonntagabend hatte Donald Trump Firmenchef Dario Amodei zum Abendessen eingeladen. Wer an der Börse dabei sein will, kommt an Amazon nicht vorbei – dem größten Geldgeber des KI-Entwicklers. Über den Verlauf drang bis Montagmorgen nichts nach außen. Am Dienstag beraten Trump und der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, mit ausgewählten KI-Chefs über Sicherheit und Regulierung. Anthropic selbst ist noch nicht börsennotiert, Amazon ist zudem sein wichtigster Cloud-Partner.
Amazon: Die Anthropic-Wette in der Bilanz
Acht Milliarden Dollar hat Amazon in den Jahren 2023 und 2024 in Anthropic gesteckt, im April kamen weitere fünf Milliarden hinzu. Ende Juni stand die Beteiligung mit rund 190 Milliarden Dollar in den Büchern, allein im Q1 buchte der Konzern daraus 16,8 Milliarden Dollar Gewinn vor Steuern. Im Mai wurde Anthropic mit 965 Milliarden Dollar bewertet, für den Börsengang an der Nasdaq, Berichten zufolge im November, stehen bis zu zwei Billionen Dollar im Raum. Dazu kommt das operative Band: Anthropic hat zugesagt, über zehn Jahre mehr als 100 Milliarden Dollar für AWS-Rechenleistung und Amazons Trainium-Chips auszugeben.
Das Verhältnis zu Washington bleibt aber belastet. Am Freitag bestätigte ein Berufungsgericht die Einstufung Anthropics als Risiko für die Lieferkette durch das Pentagon, Militär und Rüstungszulieferer dürfen Claude nicht nutzen. Auch die bis jetzt erzielten Buchgewinne haben eine Kehrseite: Fällt die Bewertung beim Börsengang schwächer aus, schlägt das ebenso direkt auf Amazons Ergebnis durch.
Die Aktie schloss am Freitag bei 249,67 Dollar. Den ersten Widerstand markiert das Hoch vom 21. September bei 259,49 Dollar, 3,9 Prozent über dem Schlusskurs. Unterstützung bietet die Zone um 244 Dollar, dort drehte der Kurs am 16. September nach oben. Die 200-Tage-Linie verläuft bei rund 241 Dollar knapp darunter.
Das Dinner im Weißen Haus passt ins Bild einer Branche, die an der Börse wieder Rückenwind spürt. Wer tiefer einsteigen will: Die aktuelle Ausgabe 40/26 des AKTIONÄR steht unter dem Titel „Neue Chancen: KI-Bullen melden sich zurück“.
Das AKTIONÄR-Depot bleibt bei Amazon investiert.
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