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Bitcoin: Hoffnung verpufft – Short‑Squeeze als Joker?

Bitcoin: Hoffnung verpufft – Short‑Squeeze als Joker?
Foto: Chidori_B/Shutterstock
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Nikolas Kessler Heute, 16:05 Nikolas Kessler

Der Bitcoin hat im März eine fünfmonatige Verlustserie beendet und ein kleines Plus von gut zwei Prozent über die Ziellinie gerettet. Zum Start in den April haben aber wieder die Bären das Ruder übernommen. Am heutigen Donnerstagnachmittag verliert die digitale Leitwährung auf 24-Stunden-Sicht mehr als drei Prozent und fällt zeitweise unter die Marke von 66.000 Dollar.

Hauptgrund für die Schwäche ist die erneut eingetrübte Stimmung am Gesamtmarkt. Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Irankriegs wurden am Vorabend wieder gedämpft, da US-Präsident Donald Trump in seiner Rede zur Lage der Nation weitere harte Militärschläge angekündigt hat.

Zuvor hatte sich der Bitcoin noch vergleichsweise solide entwickelt. Im März legte er um rund zwei Prozent zu und beendete damit eine fünf Monate andauernde Verlustserie. An der mauen Performance auf Quartalssicht änderte das allerdings nicht viel. Mit einem Kursverlust von rund 22 Prozent zwischen Anfang Januar und Ende März verzeichnete er das schwächste erste Quartal seit 2018. Gold hingegen büßte im selben Zeitraum mehr als elf Prozent ein, belastet von Inflationssorgen infolge der Energieversorgungsstörungen im Nahen Osten.

Strukturell bleibt das Bild angespannt. Bitcoin pendelt seit Wochen in einer engen Spanne zwischen etwa 60.000 und 70.000 Dollar, ohne klaren Impuls für einen Ausbruch in die eine oder andere Richtung. Laut der Analysefirma Glassnode befinden sich derzeit schätzungsweise acht bis neun Millionen Bitcoin in der Verlustzone, was Kursanstiege immer wieder deckelt. Gleichzeitig realisieren langfristige Halter weiterhin auf erhöhtem Niveau Verluste, was darauf hindeutet, dass die Umverteilungsphase noch nicht abgeschlossen ist.

Laut einer aktuellen Analyse von CryptoQuant ist die sogenannte Apparent Demand – ein Maß dafür, ob die Nachfrage das neu geschürfte Angebot übersteigt oder unterschreitet – zuletzt mit rund 63.000 Bitcoin deutlich negativ. Verkäufe von Privatanlegern überwiegen das institutionelle Kaufinteresse. Besonders auffällig ist das Verhalten der sogenannten Whales: Die großen Bitcoin-Halter sind laut CryptoQuant seit Mitte 2025 zu Nettoverkäufern geworden – mit zuletzt beschleunigtem Tempo.

Die in den USA gelisteten Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am Mittwoch Nettoabflüsse von 174 Millionen Dollar. Die Zuflüsse der beiden Vortage wurden damit wieder abgegeben. Auf Sicht der letzten beiden Wochen stehen laut Farside Investors Nettoabflüsse von 190 Millionen Dollar unter dem Strich.

An den Derivatemärkten zeigt sich derweil ein differenzierteres Bild. Die Funding Rates blieben im ersten Quartal überwiegend negativ – Trader zahlen also eine Prämie, um Short-Positionen zu halten. Analysten von Bitfinex warnen, dass dieses Ungleichgewicht zum Risiko werden könnte: Sollte sich aufwärts gerichteter Kursdruck aufbauen, könnte ein Short-Squeeze die Bewegung verstärken.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Kurz- und mittelfristig bleibt die geopolitische Lage der entscheidende Kurstreiber. Eine Entspannung scheint derzeit Voraussetzung für eine nachhaltige Erholung und eine steigende Nachfrage zu sein. Solange diesbezüglich Unklarheit herrscht und klare Kaufsignale im Chart auf sich warten lassen, sollten Neueinsteiger beim Bitcoin an der Seitenlinie bleiben.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

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