Traton rechnet nach einem schwachen ersten Halbjahr mit besseren Geschäften in der zweiten Jahreshälfte. Die VW-Nutzfahrzeugtochter hat daher die Prognosen modifiziert. Die Aktie springt kräftig an und schiebt die Papiere von Wettbewerber Daimler Truck mit an. In diesem Umfeld könnte auch die Aktie dieses Nutzfahrzeugzulieferers auf die Überholspur wechseln.
Mit der Übernahme des schwedischen Agrartechnikherstellers Ålö im Jahr 2020 hat JOST den strategischen Wandel von On-Highway- zu Off-Highway-Endmärkten eingeleitet – also weg vom klassischen Straßentransport und hin zu Anwendungen in der Landwirtschaft, im Bergbau und im Bauwesen. Durch die Akquisition von Hyva, einem Anbieter integrierter Hydrauliklösungen, der seit Februar 2025 konsolidiert wird, ist der Off-Highway-Anteil inzwischen auf mehr als 40 Prozent des Umsatzes gestiegen. Hinzu kommt ein margenstarkes Service- und Ersatzteilgeschäft, das für wiederkehrende Umsätze sorgt.
Im ersten Quartal stieg der Umsatz bei dem weltweit führenden Hersteller von Systemen und Komponenten für die Nutzfahrzeugindustrie um 11,6 Prozent auf 417 Millionen Euro. Bereinigt um Übernahme- und Währungseffekte betrug das Wachstum 9,0 Prozent. Wachstumstreiber waren insbesondere die Erholung des Transportmarktes in der Region EMEA, das starke Geschäft in der Region APAC sowie die hohe Nachfrage nach landwirtschaftlichem Equipment. Besonders dynamisch entwickelte sich der Geschäftsbereich Landwirtschaft mit einem Umsatzplus von 27,1 Prozent auf 82,6 Millionen Euro. Auch das Hydraulikgeschäft wuchs deutlich um 19,7 Prozent auf 124,3 Millionen Euro, während der Bereich Transport um 2,6 Prozent auf 210,1 Millionen Euro zulegte.
„Wir haben im ersten Quartal 2026 neue Rekordwerte bei Umsatz und operativem Ergebnis erzielt“, sagte Vorstandschef Joachim Dürr bei der Vorlage der Zahlen im Mai. „Alle Regionen und Geschäftsbereiche haben positiv zum organischen Wachstum beigetragen. Zudem zeigen die konsequente Integration von Hyva und die zunehmenden Synergien immer stärker Wirkung. Dadurch konnten wir unsere Profitabilität weiter verbessern und bereits ein Jahr nach der Übernahme mit einer bereinigten EBIT-Marge von 10,6 Prozent in unseren strategischen Zielkorridor von zehn bis zwölf Prozent zurückkehren.“
Auch wenn die Q2-Zahlen am 13. August nicht ganz so stark ausfallen dürften wie die Daten der ersten drei Monate, sollte der Trend trotz der globalen Krisenherde in die richtige Richtung zeigen, sodass die Jahresprognosen erreicht werden dürften. Die Entwicklung bei den Lkw-Bauern stimmt in dieser Hinsicht zuversichtlich. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr, in dem Erlöse von 1,53 Milliarden Euro erzielt wurden. Das bereinigte EBIT soll dabei überproportional im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich steigen. Entsprechend erwartet das Unternehmen auch eine Verbesserung der bereinigten EBIT-Marge gegenüber dem Vorjahreswert von 9,5 Prozent. Rückenwind sollen insbesondere weitere Synergien aus der Integration der übernommenen Hyva-Gruppe liefern.
Die mit einem 2027er-KGV von 10 günstig bewertete Aktie hat im frühen Handel bereits nach oben gezuckt und könnte nun Fahrt aufnehmen. Sie könnte aus der jüngsten Seitwärtsbewegung nach oben ausbrechen und Kurse jenseits der 60-Euro-Marke ansteuern. Zum Vergleich: Analysten sehen den Titel im Durchschnitt erst bei 75,33 Euro fair bewertet. DER AKTIONÄR setzt im Real-Depot auf steigende Kurse.
Hinweis auf Interessenkonflikte: Aktien von JOST befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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