Tesla hat im zweiten Quartal beim Gewinn zwar enttäuscht, beim Umsatz aber positiv überrascht. Während die Erlöse stark zulegten, blieb der Gewinn je Aktie hinter den Analystenerwartungen zurück. Zudem drehte der Free Cashflow massiv ins Negative. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Kursrutsch von knapp drei Prozent.
Wie DER AKTIONÄR berichtete, hatte Tesla zuvor bereits mit starken Auslieferungszahlen überrascht. Im Juni stand im Jahresvergleich ein Plus von 25 Prozent auf 480.126 Fahrzeuge zu Buche, deutlich mehr als Analysten prognostiziert hatten.
Nun folgte das komplette Zahlenwerk: Im Q2 kletterte der Umsatz um 26 Prozent auf 28,2 Milliarden Dollar, während Marktteilnehmer zuvor im Schnitt von rund 25,7 bis 27,6 Milliarden Dollar ausgegangen waren. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,33 Dollar jedoch deutlich unter der Markterwartung von 0,51 Dollar. Der unbereinigte Nettogewinn sank im Jahresvergleich um fünf Prozent von 1,17 Milliarden Dollar (0,33 Dollar je Aktie) auf 1,11 Milliarden Dollar (0,32 Dollar je Aktie).
Free Cashflow rot
Für zusätzlichen Druck sorgte der Blick auf die Liquidität: Der Free Cashflow drehte im Quartal tief ins Minus und wies ein Defizit von 1,1 Milliarden Dollar aus, nachdem im Vorjahr noch 146 Millionen Dollar und im ersten Quartal 2026 noch 1,44 Milliarden Dollar erwirtschaftet worden waren.
Grund für den Mittelabfluss sind explodierende Zukunftsinvestitionen: Die Investitionen (Capex) schossen um 142 Prozent auf 5,79 Milliarden Dollar nach oben, während die operativen Kosten um 47 Prozent auf 4,35 Milliarden Dollar kletterten. Elon Musk treibt den Umbau des Konzerns weg vom klassischen Autoverkauf hin zu Künstlicher Intelligenz, dem autonomen Cybercab-Robotaxi-Dienst und der Produktion von Optimus-Humanoiden mit Hochdruck voran.
In einer ersten Reaktion gab das Papier nachbörslich um fast drei Prozent nach. Damit setzt sich der durchwachsene Trend fort: Die Tesla-Aktie verzeichnet im laufenden Jahr ein Minus von rund 17 Prozent, während der Nasdaq 100 um 15 Prozent anzog. An der Einschätzung des AKTIONÄR ändert das Zahlenwerk nichts. Ein Neueinstieg drängt sich aufgrund der hohen Bewertung sowie der zuletzt fehlenden neuen Impulse im Bereich Robotaxi sowie Humanoide weiterhin nicht auf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
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