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Bitcoin wehrlos? Google schlägt Quanten-Alarm

Bitcoin wehrlos? Google schlägt Quanten-Alarm
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Philipp Schleu 31.03.2026, 14:30 Philipp Schleu

Google schlägt Alarm. Die Sicherheit von Bitcoin und anderen Kryptowährungen steht auf dem Spiel. Der Grund: Quantencomputer entwickeln sich rasanter als bisher angenommen. Das Zeitfenster für technische Gegenmaßnahmen schrumpft.

Nahezu alle Blockchains nutzen den Verschlüsselungsstandard ECDLP-256, um digitale Wallets und Transaktionen abzusichern. Doch dieser Schutz bröckelt. Laut einem aktuellen Whitepaper von Google Research sind die nötigen Ressourcen, um diesen Code zu knacken, massiv gesunken.

Das Team hat dafür neue Quantenschaltkreise simuliert. Das Ergebnis: Ein Quantencomputer benötigt nur noch knapp 500.000 physische Qubits, um die Verschlüsselung in wenigen Minuten zu brechen. Das entspricht einer 20-fachen Reduzierung der bisher geschätzten Rechenleistung.

Besonders brisant ist die Geschwindigkeit. Bitcoin generiert im Durchschnitt alle zehn Minuten einen neuen Datenblock. Künftige Quantencomputer könnten schnell genug sein, um aktive Transaktionen genau in diesem kurzen Zeitfenster abzufangen und zu manipulieren. Fachleute sprechen hier von "On-Spend"-Attacken. Die Gefahr betrifft also nicht nur ruhende Konten, sondern das laufende Geschäft im Netzwerk.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Wettlauf bis 2029

Noch reicht die Zeit, um die Blockchains umzurüsten. Die Lösung heißt Post-Quanten-Kryptografie (PQC). Diese neuen Standards sind immun gegen die Angriffe der Superrechner. Allerdings wird der Spielraum für Fehler eng. Entsprechend drängt Google die Krypto-Branche zum schnellen Handeln.

Der Tech-Konzern selbst peilt das Jahr 2029 für den vollständigen Wechsel auf PQC an und rät der gesamten Industrie zu diesem Zeitplan. Unternehmen wie Coinbase oder die Ethereum Foundation arbeiten bereits an entsprechenden Schutzmaßnahmen.

Während die Entwickler nach Lösungen suchen, reagieren erste Investoren auf die Gefahr. Auch das Risiko von Quanten-Hacks drückt auf die Stimmung langfristiger Anleger. Ein prominentes Beispiel ist Christopher Wood. Der globale Chef für Aktienstrategie bei der Investmentbank Jefferies strich im Januar eine zehnprozentige Bitcoin-Position komplett aus seinem Musterportfolio. Seine Begründung: die wachsenden Risiken durch Quantencomputer.

Der Wettlauf zwischen Quantencomputern und Krypto-Entwicklern erreicht eine neue Stufe. Bitcoin und der gesamte Markt für digitale Vermögenswerte sehen sich einem harten technologischen Stresstest gegenüber. In einer solchen unsicheren Zeit sollten sich Anleger am besten am Kursverlauf orientieren. Laut diesem drängt sich ein Neueinstieg derzeit nicht auf.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

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