Der Bitcoin hält seine jüngsten Gewinne. Im März beendete die größte Kryptowährung der Welt eine fünfmonatige Verlustserie. Der Grund: US-Präsident Donald Trump kündigte an, den Krieg im Iran innerhalb weniger Wochen beenden zu wollen. Das beflügelt Risikoanlagen auf breiter Front.
Im frühen europäischen Handel stieg der Bitcoin um 1,5 Prozent und pendelte sich bei rund 69.000 Dollar ein. Auch Ethereum, die zweitgrößte Kryptowährung, hielt sich stabil über der Marke von 2.100 Dollar. Mit einem Plus von 2,2 Prozent verzeichnete der Bitcoin im März den ersten monatlichen Gewinn seit September. Das weckt bei Anlegern die Hoffnung, dass die digitalen Vermögenswerte den „Krypto-Winter“ hinter sich lassen. Dieser hatte nach dem massiven Preisabsturz im Oktober begonnen.
Hoffen auf den politischen Befreiungsschlag
Trumps Aussage am späten Dienstagabend wirkte als Katalysator. Er rechnet damit, dass sich die USA in den nächsten zwei bis drei Wochen aus dem Iran-Krieg zurückziehen. Entsprechend reagierten Aktien- und Kryptomärkte mit Kursaufschlägen, obwohl die wirtschaftlich wichtige Straße von Hormus weiterhin gesperrt bleibt.
Doch die technische Lage bleibt fragil. Rachael Lucas, Analystin bei BTC Markets, mahnt zur Vorsicht. Der Bitcoin notiere nur knapp über dem Niveau von 66.500 Dollar des Vormonats. Um echtes Vertrauen bei den Investoren aufzubauen, müsse sich der Kurs dauerhaft in der Spanne zwischen 70.000 und 72.000 Dollar etablieren. Während die Aktienmärkte stark auf die politischen Schlagzeilen reagierten, blieb der Bitcoin laut Lucas bisher in einer engen Handelsspanne gefangen.
Frisches Kapital fließt in ETFs
Rückenwind kommt derweil von der institutionellen Seite. Im März verzeichneten US-amerikanische Spot-ETFs für Bitcoin Nettozuflüsse in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar. Damit endete eine viermonatige Serie von Kapitalabflüssen.
Ryan Rasmussen, Forschungsleiter bei Bitwise Asset Management, bewertet die Lage positiv. Sobald sich der geopolitische Nebel lichte, würden die Akzeptanz von Großinvestoren und klare Regulierungen den Bitcoin auf neue Allzeithochs treiben. Er sieht die Kursgewinne nach fünf Verlustmonaten als klares Signal für einen Ausbruch aus dem Bärenmarkt.
Nach Monaten der Schwäche sendet der Bitcoin erste Lebenszeichen. Doch der Weg aus dem Krypto-Winter ist noch nicht vollständig geebnet. Solange der Bitcoin-Kurs nicht aus der Bärenflagge nach oben ausbricht, ist diese Formation weiterhin intakt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 13:08