06.04.2020 Thomas Bergmann

Wohnimmobilie als Krisengewinner

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Das Coronavirus hat Einfluss auf jede Assetklasse, auch die Immobilie. Doch nicht alle Bereiche sind gleich betroffen. Einen Einblick gibt Nico Rottke.

DER AKTIONÄR: Herr Professor Rottke, Sie haben mögliche Auswirkungen der Coronakrise auf die Immobilienwirtschaft skizziert. Ist diese Krise auch für diesen Sektor der Schwarze Schwan, nach dem nichts mehr so ist wie vorher?

Nico Rottke: Treten exogene Kräfte völlig unerwartet und kurzfristig mit extremen Folgen für die Wirtschaft auf, werden sie häufig als Schwarze Schwäne bezeichnet – also das Nicht-Existente. Solche Schocks können Immobilienzyklen durch die Neuartigkeit der Variable im System stark beeinflussen, wie man schon bei den Terrorattacken im September 2001 gesehen hat und deren Auswirkungen auf zum Beispiel Hochhausversicherungen oder Hotelbelegungsraten. 

In der Regel tendieren Systeme zu einem Gleichgewicht. Durch neue Variablen, die mit massivem Einfluss strukturverändernd wirken, kann dieses Gleichgewicht sich auf neuem Niveau – in beide Richtungen – einpendeln, oder es kann zu Systemversagen kommen. 

Die Immobilienindustrie ist aber in sich nicht homogen, da sie die Steine-und-Mörtel-Hüllen für sehr heterogene Zwecke zur Verfügung stellt wie Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Produzieren oder Freizeitverbringen. All diese Nutzen sind durch Covid-19 unterschiedlich betroffen, manche vermutlich gar nicht oder sogar als Nettoprofiteur, andere massiv und langfristig. 

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