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05.11.2020 DER AKTIONÄR

Kommentar von Lars Brandau: Das Gegenteil eines Erdrutschsieges

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Wer auf vertrauensbildende Maßnahmen hinsichtlich der transatlantischen Beziehungen gesetzt und einen klaren demokratischen Sieg erwartet hatte, dürfte mit Ernüchterung auf die knappen Wahlen in den USA schauen. DDV-Geschäftsführer Lars Brandau über den Einfluss der Politik auf die Märkte.

Manch einer malt sich schon wieder Schreckensszenarien für die kommenden Jahre aus. Die Zollstreitigkeiten, wirtschaftspolitischen Alleingänge oder die Klimaignoranz der Trump-Administration könnten in einer zweiten Amtszeit ganz neue Dimensionen erreichen. Und dennoch bleiben die Auswirkungen der Wahl in Amerika auf die Märkte begrenzt. Denn „politische Börsen“ hatten in der Vergangenheit im Grunde immer „kurze Beine“; mit anderen Worten: sämtliche Weltuntergangsfantasien erfüllten sich nicht. Weder ist das Abendland untergegangen noch sind ganze Industrien von der Bildfläche verschwunden.

Ganz sicher haben Entscheidungen amerikanischer Präsidenten Einfluss auf die Entwicklung der internationalen Wirtschaft und damit verbunden auf den gesellschaftspolitischen Zustand und das Konsumentenverhalten nicht nur in westlichen Demokratien. Insgesamt darf man aber festhalten, dass Systeme stabiler sind, als man unter dem Eindruck tagesaktueller Nachrichten oftmals meint. Wenn man das bedenkt, wird deutlich, wie begrenzt die vermeintliche Wirkkraft der Politik tatsächlich ist. Industrien, Unternehmen und Konsumenten werden sich auf die jeweiligen Umstände einstellen. Insofern sollten auch alle Marktschwankungen in diesen und den kommenden Wochen nicht überinterpretiert werden. 

Insbesondere mit Blick auf das aktuell eher schwierige Marktumfeld erkennen immer mehr Anleger die Werthaltigkeit und Sinnhaftigkeit von strukturierten Wertpapieren. Im Investmentuniversum der Privatanleger sind sie längst voll etabliert. Insofern gehören sie als Beimischung auch in jedes erfolgreiche Depot. Sie sind maßgeschneiderte Finanzprodukte. Jeder Privatanleger kann nach seiner Risikoneigung, Renditeerwartung und Markteinschätzung das für ihn geeignete Produkt finden. Und dass alles ausgerichtet am eigenen Chance-Risiko-Verhältnis, an den eigenen finanziellen Möglichkeiten – und unabhängig von kurzen politischen Gewittern. 


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