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24.11.2020 Thomas Bergmann

DAX-Reform: Das wird alles neu

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DAX

Der Finanzdienstleister Qontigo hat am heutigen Dienstag die neuen Regeln für die DAX-Auswahlindizes vorgestellt. Das Wichtigste: Der neue DAX wird um zehn auf 40 Unternehmen aufgestockt. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX auf 50 statt bisher 60 Werte. Die Regeländerungen basieren auf einer Umfrage unter mehr als 600 Marktteilnehmern, die ihrerseits Vorschläge machen konnten. Diese werden jetzt sukzessive umgesetzt.

Durch die Aufstockung des DAX auf 40 Werte sollen die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbildet werden. Diese Änderung wird ab September 2021 wirksam. Bereits ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen. "Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen", heißt es weiter. Wer dagegen verstößt, muss nach einer 30-tägigen Warnfrist den Index verlassen.

Ab März müssen alle Neuzugänge zur DAX-Familie zudem den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gelte eine Übergangsfrist. Darüber hinaus ist es nicht mehr verpflichtend im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert zu sein. Es reicht im Regulierten Markt notiert zu sein. Damit will der Indexanbieter im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren können.

Neu ist auch, dass der Index ab 2021 zweimal im Jahr (März und September) planmäßig überprüft wird. Zudem werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz als Kriterium fällt weg. 


DAX (WKN: 846900)

Die neuen Indexregeln sind aus Sicht des AKTIONÄR sinnvoll. Letztendlich kommt es aber weiter auf die unternehmerische Leistung der einzelnen Mitglieder an, ob der DAX steigt.

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