24.04.2013 Manuel Koch

US-Börsen im Minus - Konjunkturdaten enttäuschen - Apple im Fokus - Tmobile und MetroPCS fusionieren - AT&T, Boeing, Ford, Nasdaq OMX, Procter & Gamble

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DAX
Trendthema

Am Mittwoch gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Plus. Der Dow Jones gewann 0,1 Prozent hinzu.

Von Konjunkturseite ging der Blick am Morgen auf die Auftragseingänge für langlebige Güter. Sie sanken im März überraschend deutlich um 5,7 Prozent. Im Vormonat waren sie noch um revidiert 4,3 Prozent gestiegen. Die Zahl der Hypothekenanträge stieg in der vergangenen Woche leicht um 0,2 Prozent. In der Vorwoche ging sie 5,6 Prozent nach oben.

Die Blicke gingen natürlich am Morgen nach der Veröffentlichung der Zahlen auf Apple (-0,1%). Das Unternehmen erhöht die Dividende um 15 Prozent auf 3,05 Dollar je Aktie und viel weitere Aktien zurückkaufen. Rund 100 Milliarden Dollar sollen bis 2015 an die Aktionäre ausgeschüttet werden, 55 Milliarden mehr als bisher bekannt. Zum ersten Mal seit zehn Jahren musste Apple einen Gewinnrückgang im Vergleich zum starken Vorjahr hinnehmen. Der Gewinn lag bei 9,5 Milliarden Dollar (-18%), der Umsatz stieg hingegen auf 43,6 Milliarden Dollar (+11,2%). Vom iPhone verkauften sich weltweit 37,4 Millionen Stück, vom iPad 19,5 Millionen. Apple-Chef Tim Cook kündigte für dieses Jahr und 2014 neue Software, Hardware und Dienste an.

Der weltgrößte Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (-5,4%) kann vom Sparprogramm profitieren. Der Gewinn konnte um 6 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar gesteigert werden. Der Umsatz wuchs um 2 Prozent auf 20,6 Milliarden Dollar. In der Vergangenheit waren bereits tausende Stellen weggefallen. So will das Unternehmen bis 2015 zehn Milliarden Dollar einsparen.

Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 14.670 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 0,03 Prozent bei 3.268 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 0,05 Prozent bei 1.578 Punkten.

Zu den Gewinnern im Dow zählten: Alcoa (+3,8%), Microsoft (+3,6%) und Boeing (+3,0%). Die größten Verlierer waren: Procter & Gamble (-5,4%), AT & T (-5,1%) und Cisco (-2,3%).

Der Flugzeugbauer Boeing (+3,0%)  steigerte den Gewinn um 20 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Der Umsatz sank wegen der Probleme um den "Dreamliner" um 2,5 Prozent auf 18,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn fiel besser als von Analysten erwartet aus. Für das laufende Jahr hält Boeing an den Zielen fest. 2013 will man bis zu 645 Verkehrsflugzeuge ausliefern.

Der Mobilfunkkonzern AT&T (-5,1%) konnte den Gewinn unter dem Strich um 3,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar steigern. Der Umsatz sank um 1,5 Prozent auf 31,4 Milliarden Dollar. Beim Umsatz hatten sich Analysten zuvor mehr erhofft.

Die lange geplante Fusion von Tmobile und MetroPCS ist am Mittwoch beschlossen worden. In einer Sondersitzung stimmten die Aktionäre einem Zusammenschluss der beiden Konzerne zu. Mit 74 Prozent wird die Deutsche Telekom nun die Mehrheit an der neuen Gesellschaft halten. Vorstandsvorsitzender René Obermann zeigte sich sehr zufrieden und erklärte: "Das ist ein großer Schritt für die Deutsche Telekom."

Der Mobilfunkkonzern Sprint Nextel (-0,1%) konnte den Verlust im ersten Quartal von 863 Millionen auf 643 im Vergleich zum Vorjahr verringern. Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 8,79 Milliarden Dollar.

Der Börsenbetreiber Nasdaq OMX (-1,0%) muss im ersten Quartal einen Gewinneinbruch von 85 Millionen auf 42 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr verbuchen. Der Umsatz lag bei 418 Millionen Dollar. Die Technologiebörse erwartet wegen des verpatzten Starts der Facebook-Aktie im Mai 2012 eine weitere Strafzahlung von 10 Millionen Dollar an die Börsenaufsicht.

Der US-Autobauer Ford (-0,1%) muss im ersten Quartal einem Vorsteuerverlust von 462 Millionen Dollar verkraften. Das ist dreimal so viel wie vor einem Jahr. Vor allem in Europa schwächelt das Geschäft. Dort erwartet man dieses Jahr einen Verlust von zwei Milliarden Dollar. Der boomende US-Markt bleibt aber Wachstumsmotor. Konzernweit stieg der Umsatz um 10 Prozent auf 35,8 Milliarden Dollar.

Am Donnerstag schauen wir von Konjunkturseite auf die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Bilanzen werden von Amazon, Exxon Mobil, Coca-Cola und Starbucks veröffentlicht.