Freitag der Crash. Montag das Nachbeben. Dienstag die Gegenwehr. Gold und Silber ziehen wieder an. Viele Zwangsverkäufe sind durch – und Dip-Käufer zurück. Nach drei Tagen Ausnahmezustand ist das aber noch lange kein „zurück zur Normalität“. Die Sache mit dem sicheren Hafen können Anleger wohl ohnehin erst mal vergessen.
Der Absturz war historisch. Die Gegenbewegung ist es fast auch. Gold und Silber drehen heute wieder nach oben, nachdem der Markt zum Wochenschluss komplett durchgeschüttelt wurde. Gold steigt zeitweise um mehr als 6 Prozent auf über 4.950 Dollar je Unze. Silber legt über 12 Prozent zu und handelt wieder über 89 Dollar. Allerdings geht es am Abend schon wieder runter. 83,46 Dollar bedeuten nur noch ein Plus von gut 5 Prozent.
Rebound mit Ansage
Am Montag war noch Abriss angesagt. Viele Strategien reagieren zum Wochenstart mechanisch, Positionen werden gekappt, Hebel fliegen raus. Ein Berenberg-Stratege sagte bereits gestern: Montags läuft der Abverkauf oft weiter – und am Dienstag kommt dann die Gegenbewegung.
Der Grund für das Chaos
Gold und Silber waren im Januar heiß gelaufen. Zu viele saßen auf derselben Wette. China war groß dabei, westliche Privatanleger auch. Call-Optionen und gehebelte Produkte haben das Ganze aufgeblasen, bis es am Freitag in Asien gekippt ist. Silber erwischte es mit dem größten Tagessturz seiner Geschichte, Gold fiel so stark wie seit 2013 nicht mehr.
Analysten reagieren
Jetzt kaufen die Ersten wieder. UBS nennt die Korrektur gesund und sieht Chancen für langfristige Einstiege auf attraktiveren Niveaus. Deutsche Bank hält trotz des Crashs an der Prognose fest, dass Gold wieder Richtung 6.000 Dollar laufen kann. Bank of America warnt allerdings, dass die Volatilität hoch bleibt.
Gold ist so instabil wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr, Silber so wild wie seit 1980 nicht. Der Ausverkauf der letzten beiden Sitzungen hat zwar Luft rausgelassen, aber es bleibt ein sehr spekulativ getriebener Markt für Trader. So hohe Schwankungen sind jedenfalls definitiv nicht normal. Schon gar nicht für vermeintliche Stabilitätsanker im Depot.
Heute, 20:33