27.08.2009 Leon Müller

DAX taucht auf: Arcandor, Daimler, Envitec, Fielmann, Freenet, HeidelbergCement, K+S, Nordex, Q-Cells und Schmack im Fokus

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Ein trüber Morgen in Frankfurt und kaum Bewegung auf dem Parkett. Dann, kaum waren die ersten Börsianer zu Tisch, rutschte der DAX zur Mittagszeit unter die psychologisch wichtige Marke von 5.500 Punkten, markierte bei 5.480,99 Zählern das Tagestief. In der Zwischenzeit ist das deutsche Börsenbarometer wieder aufgetaucht, notiert gegen 15.00 Uhr mit einem marginalen Minus von 0,07 Prozent bei 5.518,13 Punkten. Gleiches Bild beim MDAX. Dieser verliert im Augenblick 0,52 Prozent auf 6.772,10 Zähler. Ein Eigenleben führt einmal mehr der TecDAX. Der Technologieindex hat lediglich in den Morgenstunden grüne Vorzeichen gesehen, verliert am frühen Nachmittag 0,46 Prozent auf 700,48 Punkte.

Arcandor notieren nahezu unverändert zum Vortagesschluss, während die Tage des Karl-Gerhard Eick an der Spitze des Essener Handels- und Touristikkonzerns gezählt sein dürften. Beobachter rechnen mit dem Rücktritt des ehemaligen Telekom-Managers innerhalb der nächsten Tage, noch ehe das MDAX-Unternehmen am 1. September in die Insolvenz überführt wird. Eick, der sich als Finanzvorstand bei der Deutschen Telekom einen hervorragenden Ruf erarbeitet hat, dürfte damit nach nur sechs Monaten im Amt hinschmeißen. Zu sagen hätte er nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. September ohnehin nichts mehr. Presseberichten zufolge wird Eick als Abfindung 15 Millionen Euro erhalten.

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Daimler stehen unter Druck, nachdem die ehemalige Daimler-Tochter Chrysler in der vergangenen Woche Klage gegen Daimler eingereicht hat. Der Vorwurf: Daimler wolle sich nicht an vereinbarte Komponentenlieferung halten, vor allem nach dem Einstieg von Fiat. Es handele sich um wichtige Komponenten wie Lenksäulen, Dieselmotoren und Getriebeteile. Ein Fehlen dieser Teile könne laut Chrysler im nächsten Jahr zu einem Produktionsstopp führen.

Die beiden Hersteller von Biogasanlagen, Envitec Biogas und Schmack Biogas haben heute ihre Zahlen zum ersten Halbjahr 2009 geöffnet. Die Zahlen wurden mit Spannung erwartet, zumal die Biogasbranche zuletzt deutlich von der Wirtschaftskrise und einem gedrosselten Investitionsverhalten geprägt war. Zudem gab es zuletzt auch immer wieder politische verursachte Unklarheiten. Schmack steigerte den Umsatz im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2008 um 41,2 Prozent auf 42,1 Millionen Euro. Der operative Verlust schrumpfte von minus 25,8 auf nunmehr 8,3 Millionen Euro. Für die zweite Jahreshälfte 2009 erwartet der Vorstand eine weitere Verbesserung der Geschäftsentwicklung. Envitec hat den Umsatz in den ersten sechs Monaten um 33 Prozent von 32,1 Millionen Euro im Vorjahr auf 42,7 Millionen Euro gesteigert. Auch der operative Cashflow wurde deutlich verbessert: 9,1 Millionen Euro nach minus 24,7 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2008. Beide Titel können im Wert zulegen.

Im Blickpunkt der Anleger stehen auch die Aktien der Optikerkette Fielmann. Nach bereits gemeldeten vorläufigen Zahlen zum ersten Halbjahr hat der MDAX-Konzern heute seinen offiziellen Bericht für das zweite Quartal vorgelegt. Dabei sank der Überschuss von April bis Juni von 29,2 auf 27,7 Millionen Euro. Als Grund für den Rückgang nennt der MDAX-Konzern erhöhte Werbeausgaben. Der Vorsteuergewinn verringerte sich von 41,5 auf 39,2 Millionen Euro. Der Umsatz indes kletterte von 232,9 auf 238,2 Millionen Euro.

Nachdem der Aktienkurs von Freenet im Verlaufe des gestrigen Mittwochs deutlich schwankte, kennt das Papier am Donnerstagmorgen nur eine Richtung: nordwärts. Die Übernahmefantasie scheint immer mehr Börsianer von der Aktie zu überzeugen.

SPEZIALREPORT: Der wahre Wert von Infineon

Infineon gehört zu den Highflyern an der Börse. Doch lohnt bei der Chip-Aktie jetzt noch der Einstieg? Wie steht Infineon im Peer-Group-Vergleich da, was schätzen die Analysten im Detail und was verrät die Charttechnik über den weiteren Kursverlauf der Infineon-Aktie? Was die Infineon-Aktie wirklich wert ist, erfahren Sie im 6-seitigen Spezialreport, den Sie hier als pdf-Dokument zum Preis von 5,90 Euro herunterladen können.

Die Schwenk Beteiligungen GmbH & Co KG hat sich von allen Anteilen an dem Baustoffproduzenten HeidelbergCement getrennt. An der Börse kommt das gut an, die HeidelbergCement-Aktie ist stärkster Wert im MDAX. Zu Wochenbeginn veräußerte die Gesellschaft 2,4 Millionen Aktien außerbörslich. Dass sich Schwenk von HeidelbergCement-Atkien getrennt hat, dürfte Teil des Umstrukturierungsprozesses sein. Ruth Merckle, die Witwe des verstorbenen Adolf Merckle, entstammt der Familie Schwenk/Schleicher. Nach dem Tod von Adolf Merckle befindet sich sowohl die Merckle-Gruppe als auch der HeidelbergCement-Konzern in einer Phase der Refinanzierung.

K+S gerät an der Börse deutlich unter Druck, notiert am DAX-Ende mit einem Minus von über vier Prozent. Grund liefert eine neue Studie von Merrill Lynch. Analyst Andrew Stott hat das Papier dabei weiterhin mit dem Rating "Neutral" eingestuft, jedoch das Kursziel von 39 auf nun 38 Euro gesenkt. Er begründet den Schritt mit weiterhin schwachen Kalipreisen. Im Zuge dessen hat er auch die Gewinnprognosen für 2009 um 29 Prozent gesenkt. Zudem schließt er ein Kapitalerhöhung nicht aus.

Nachdem Nordex am 25. August die Zahlen für das erste Halbjahr 2009 vorgelegt hat, hebt Goldman Sachs das Kursziel für die TecDAX-Aktie von 13,0 auf 14,90 Euro an. Hintergrund: Auf Halbjahresbasis stieg der Umsatz von Nordex um zehn Prozent auf 512,5 Millionen Euro. Das EBIT sank um 41,4 Prozent auf 9,48 Millionen Euro, der Nachsteuergewinn um 82,8 Prozent auf 2,33 Millionen Euro und der Nettogewinn um 77,5 Prozent auf 2,81 Millionen Euro beziehungsweise 0,04 Euro je Aktie. Damit hat Nordex die Schätzungen der meisten Analysten für den Umsatz und das EBIT deutlich übertroffen. Der Gewinn fiel jedoch weitaus geringer aus, als erwartet. (DER AKTIONÄR berichtete: "Nordex schraubt die Erwartungen zurück")

Der Solarzellenproduzenten Q-Cells hat womöglich Probleme beim Bau des größten Solarparks Deutschlands. Das berichtet zumindest das Handelsblatt. Hintergrund sind wiederum Probleme beim Kooperationspartner, dem US-Konzern MEMC, dem angeblich der Einstieg in das Geschäft mit Solarmodulen untersagt ist. Diese Information gehe aus dem Blatt vorliegenden Unterlagen hervor. MEMC und Q-Cells investieren je 70 Millionen Euro in ein Joint Venture, das den Solarpark mit einer Leistung von 50 Megawatt bauen soll.