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19.09.2019 Markus Bußler

Barrick Gold, Agnico Eagle: Übernahmen - ja oder nein?

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Barrick Gold

Es ist fast schon Tradition. Anlässlich der großen Konferenzen im Goldbereich fällt der Preis des gelben Metalls, das gilt für die PDAC im Frühjahr genauso wie für die Konferenzen in Beaver Creek und Denver, die aktuell stattfinden. Von den CEOs der großen Goldproduzenten kommen dabei erstaunlich bescheidene Töne. Ein deutlicher Unterschied zu den Jahren vorher.

Während in der letzten Hausse bei Gold, ein wahrer Übernahmewahn um sich Griff und Projekte um jeden Preis in Produktion gebracht wurden, um den Investoren Wachstum vorweisen zu können, sprechen sich aktuell einige CEOs für Bescheidenheit aus. Sean Boyd, CEO von Agnico Eagle, beispielsweise mahnte die gesamte Branche dazu, mit Augenmaß zu agieren. „Es bedeutet nicht, dass wir jetzt wieder Minen um jeden Preis entwickeln müssen“, sagte er in seiner Rede. Auch die CEOs von Kinross und Endeavour Mining bliesen in das gleiche Horn. Sie sagten, sie fühlten keinen Druck, Deals zu erkunden. Auch Barrick-CEO Mark Bristow sieht keinen Druck, glaubt aber, dass Übernahmen gut für die Branche sein dürften.

Newmont Goldcorp plagen derweil andere Sorgen. Der Konzern kommt mit den geplanten Verkäufen von Assets, die aus der Übernahme von Goldcorp stammen, nur sehr schleppend voran. Doch der neue CEO Tom Palmer sah auch hier keinen Grund zur Eile. Zwar wollte Newmont Goldcorp 1,5 Milliarden Dollar aus dem Verkauf von Minen einnehmen. Doch er sieht sich hier nicht unter Druck und es wäre für Newmont keine Katastrophe, wenn dieses Ziel nicht im laufenden Jahr erreicht würde.

Barrick Gold (WKN: 870450)

Insgesamt scheint die Branche doch ein wenig aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. Wachstum um jeden Preis scheint aktuell kein Thema zu sein. Das ist gut so. Der Bärenmarkt zwischen 2011 und 2016 hat anscheinend etwas Demut gelehrt. Damals hatten einige Konzerne mit den Fehlern, die man zwischen 2009 und 2011 gemacht hat, schwer zu kämpfen. Die Geschichte soll sich so nicht wiederholen.