Während in den USA die Bilanzsaison bereits angelaufen ist, müssen sich Anleger diesseits des Atlantiks noch gedulden. Auch die Commerzbank lässt Aktionäre noch warten und wird erst im Februar die Bücher öffnen. Generell dürfte 2026 ein Schicksalsjahr für die Frankfurter werden. Das liegt nicht nur an der drohenden Übernahme durch die UniCredit.
Auch aufgrund der neuen Vorschläge von US-Präsident Donald Trump zu einem Zinsdeckel bei Kreditkartenschulden wurden die Quartalszahlen der US-Großbanken diese Woche mit gemischten Gefühlen am Markt aufgenommen. In Deutschland dauert es noch einige Tage, bis große Adressen ihre Zahlen liefern. Die Deutsche Bank wird am 29. Januar ihre Bücher öffnen, die Commerzbank erst am 11. Februar.
Das abgelaufene Jahr dürfte ein Übergangsjahr für die Commerzbank gewesen sein. Denn im Rahmen der neuen Strategie sollen bis Ende 2027 3.900 Stellen abgebaut werden. Der Personalbestand soll aber konstant bleiben – durch den Aufbau an anderen, günstigeren Standorten im Ausland. Allerdings werden dafür 2025 einmalig Restrukturierungsaufwendungen fällig.
Daher soll der Nettogewinn unter dem Rekordwert des Vorjahres 2024 liegen. Statt 2,7 Milliarden Euro dürften es 2025 laut Analystenschätzungen 2,5 Milliarden Euro gewesen sein. Der Erlös soll hingegen um rund eine Milliarde Euro auf 12,1 Milliarden Euro zugelegt haben.
Kommendes Jahr muss sich nun zeigen, ob die neue Strategie wirklich umgesetzt werden kann. Etliche Experten sind der Ansicht, die Ziele seien zu ambitioniert und nicht in Gänze zu erreichen. Commerzbank-CEO Bettina Orlopp muss nun zeigen, dass sie falsch liegen. Zudem könnte es 2026 ein Übernahmeangebot der italienischen UniCredit geben.
Derzeit steht die Aktie im seit Oktober 2025 bestehenden Aufwärtstrend bei rund 35,00 Euro. Diese Marke sollte als Unterstützung halten, um aus charttechnischer Sicht keine negativen Signale zu senden. Denn bei 34,23 Euro käme bereits die 50-Tage-Linie in Sicht.
Bei den Papieren bleibt es weiterhin spannend – und DER AKTIONÄR an Bord.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 10:57