Die Wall Street schloss trotz des Iran-Krieges gestern uneinheitlich. Doch das dürfte nur eine Momentaufnahme gewesen sein, denn in Europa beschleunigt sich heute die Talfahrt, der DAX sackt ab. Erneut stärker betroffen sind Finanzwerte wie die Commerzbank-Aktie.
Der Leitindex DAX verliert derzeit rund 2,8 Prozent oder fast 700 Punkte. Stärker betroffen ist damit auch die Aktie der Commerzbank. Sie rangiert zwar ebenso wie gestern nicht auf einem der letzten Indexplätze, Beiersdorf ist mit fast 15 Prozent Minus derzeit das Schlusslicht. Aber die Verluste bei der Frankfurter Bankaktie betragen erneut mehr als drei Prozent.
Ausschlaggebend dafür dürften die heftigen Preisanstiege bei Öl und Gas sein, die die gestrigen Sprünge aktuell übertreffen. Wie sich gestern abzeichnete, findet auch kein Schiffsverkehr mehr durch die wichtige Energielieferroute, die Straße von Hormus, statt. Der Iran droht Schiffen, die die Meerenge passieren wollen, mit Angriffen.
Die Commerzbank ist stark vom Zinsniveau abhängig und macht deutlich mehr als die Hälfte ihrer Erträge mit klassischen Bankdienstleistungen. Stottert nun die Konjunktur in Deutschland erneut und kommt es nicht wie noch zuletzt gedacht zu einem konjunkturellen Aufschwung, dann wäre das Kerngeschäft massiv beeinträchtigt.
Zeitgleich würden dann die Kreditausfälle steigen und über höhere Rückstellungen den Gewinn belasten. Bankaktien sind also direkt vom Zinsniveau und der Konjunktur abhängig. Und die wird in Deutschland noch immer auch durch die fossilen Energiepreise beeinflusst.
Aktuell ist unklar, wie lange der Krieg im Nahen Osten noch andauern könnte. Für die Commerzbank-Papiere ist er in mehrfacher Hinsicht eine Belastung. Heute testet der Kurs die 200-Tage-Linie bei 32,17 Euro. Fällt diese, wäre das ein Verkaufssignal. Dann käme die Unterstützung bei 30,95 Euro in Sicht. Investierte Anleger bleiben mit Stopp bei 29,00 Euro an Bord. Ein Neueinstieg ist aktuell kein Thema.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 09:57