Richemont hat im dritten Quartal erneut die Erwartungen übertroffen. Rückenwind kam insbesondere von der anhaltend starken Nachfrage nach Schmuck sowie von einer allmählichen Erholung in China. Nach der starken Rally verliert die Aktie nun aber an Schwung. Was steckt dahinter?
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um rund vier Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Währungsbereinigt betrug das Plus elf Prozent, ein Prozent mehr als im Vorjahrsquartal. Auch die Analysten hatten mit lediglich acht Prozent gerechnet.
Getragen wurde die Entwicklung erneut vom Schmuckgeschäft, das währungsbereinigt um 14 Prozent zulegte. Auch das Uhrensegment verzeichnete ein Umsatzplus von sieben Prozent. Insgesamt blieb der Schmuckbereich mit Erlösen von 4,8 Milliarden Euro der mit Abstand größte Umsatztreiber des Konzerns.
Wachstum in Regionen
Besonders stark entwickelten sich Amerika mit einem Plus von 14 Prozent, Japan mit 17 Prozent sowie der Nahe Osten und Afrika mit 20 Prozent. In Europa stiegen die Umsätze um acht Prozent. In Asien ohne Japan – dem wichtigsten regionalen Markt des Konzerns – legten die Erlöse organisch um sechs Prozent zu und übertrafen damit leicht die Analystenerwartungen von rund fünf Prozent.
Richemont teilte mit, dass die Umsätze in China, Hongkong und Macau zusammen um zwei Prozent stiegen, vor allem dank einer soliden Entwicklung in Hongkong. Es handelt sich um das zweite aufeinanderfolgende Quartal mit positivem Wachstum in dieser Region.
Immer höhere Erwartungen
Die Anleger seien mit ihren Erwartungen schon deutlich anspruchsvoller geworden als der mittlerweile veraltete Analystenkonsens, schrieb James Grzinic von Jefferies in einer ersten Reaktion. Es sei daher schwierig zu sagen, wie stark das Ergebnis des Luxusgüterkonzerns dann tatsächlich ist. Er hielt aber an seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 190 Franken fest.
Zudem belasteten Sorgen über die Margen des Luxuskonzerns. Adam Cochrane von der Deutschen Bank betonte, dass die positiven Effekte aus Preiserhöhungen in der Umsatzentwicklung notwendig seien, um Margenbelastungen durch Währungseinflüsse, US-Zölle und steigende Goldpreise auszugleichen. Anhaltend hohe Goldpreise könnten ohne weitere Preiserhöhungen Auswirkungen auf die Prognosen für das Geschäftsjahr 2027 haben.
DER AKTIONÄR bleibt für den Schmuckriesen bullish. Das Wachstum in China ist ermutigend und die starke Entwicklung in Amerika beweist Richemonts Widerstandsfähigkeit. Die Aktie bleibt auf der Empfehlungsliste, ein größerer Rücksetzer bietet eine attraktive Einstiegschance.
Richemont legt die Messlatte für die anderen Luxusunternehmen hoch. Nächste Woche öffnet Branchenriese LVMH seine Bücher, im Februar folgen Kering und Hermès.
Heute, 10:20