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LVMH räumt auf: Diese Marke wird verkauft

LVMH räumt auf: Diese Marke wird verkauft
Foto: ChatGPT / Sora
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Sarina Rosenbusch Heute, 09:40 Sarina Rosenbusch

Es ist soweit: LVMH trennt sich nach fast 30 Jahren von seiner Modemarke Marc Jacobs. Wie der Luxusriese bekannt gab, übernimmt ein Joint Venture aus WHP Global und G-III Apparel Group die Marke für insgesamt 850 Millionen Dollar. 

Das Wichtigste kurz und knapp

• Marc Jacobs entwickelte sich unter LVMH vom New Yorker Nischenlabel zu einem international bekannten Modehaus.

• In der aktuellen Luxusflaute überprüft LVMH seine Markenstruktur und konzentriert sich stärker auf Megamarken und besonders profitable Labels. 

• Marc Jacobs steht für erschwinglichen Luxus und ist damit stärker von schwächerer Nachfrage betroffen als High-End-Luxusmarken wie Loro Piana.

Die Meldung kommt nicht völlig überraschend: Bereits im Juli 2025 hatte das Wall Street Journal über den potenziellen Verkauf in Höhe von rund einer Milliarde Dollar berichtet. 

Für LVMH bedeutet es das Ende einer fast 30-jährigen Beziehung zu Marc Jacobs. CEO Bernard Arnault hatte 1997 die Mehrheit an der Marke erworben, nachdem Marc Jacobs bereits zum ersten Kreativdirektor von Louis Vuitton berufen worden war. Seitdem entwickelte sich die Marke unter dem Dach von LVMH von einem New Yorker Nischenlabel zu einem international bekannten Modehaus.

LVMH auf Verkaufstour

In der derzeitigen Luxusflaute bewerten viele Unternehmen ihre Markenportfolios neu und konzentrieren sich stärker auf ihre Megamarken und die profitabelsten Labels.

LVMH hat in den vergangenen Jahren mehrere Beteiligungen und Marken veräußert, darunter Donna Karan und DKNY, Off-White, Anteile an Stella McCartney sowie die DFS-Aktivitäten in Großchina

Nachfrageflaute

Marc Jacobs gehört zwar zu den bekanntesten Namen der Mode, zählt bei LVMH aber zu den kleineren Marken. Zudem ist das Label im Segment des erschwinglichen Luxus angesiedelt und damit stärker von der Schwäche der Luxusnachfrage betroffen als besonders hochpreisige Marken wie Loro Piana. Arnault hatte zuletzt erklärt, dass die meisten Marken der Modesparte hinter dem durchschnittlichen Rückgang der Sparte von zwei Prozent zurückgeblieben seien. Ausnahmen waren Louis Vuitton, Loro Piana und Rimowa.

Finanzchefin Cécile Cabanis sagte dazu im Rahmen der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals: „Wenn eine Marke hinter den Erwartungen zurückbleibt, hat die Sanierung oberste Priorität. Und wenn wir, wie im Fall von DFS und Stella McCartney, mit einem Betreiber verhandeln, bei dem wir die Marke für gut geeignet halten, schließen wir einen Vertrag ab.“ (DER AKTIONÄR berichtete).

LVMH (WKN: 853292)

Gründer Marc Jacobs bleibt LVMH aber als Kreativdirektor erhalten. Damit soll die Kontinuität bei Markenbild, Kollektionen und Modenschauen gesichert werden.

LVMH nutzt die derzeitige Marktphase, um sein Portfolio zu straffen und sich auf die stärksten Marken zu konzentrieren. Die Volatilität in der Branche bleibt jedoch hoch, solange der Konflikt im Nahen Osten nicht gelöst wird. Erst ein nachhaltiger Sprung über den GD50 würde bei der LVMH-Aktie ein neues Kaufsignal auslösen. 

Welcher Luxuskonzern dagegen neu auf die Empfehlungsliste gewandert ist, lesen Sie Ausgabe 19/26. Den Link zum E-Paper finden Sie hier.

FAQs zu LVMH

Wie groß ist LVMH?

LVMH ist der weltweit größte Luxusgüterkonzern. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 223 Milliarden Euro. Der Konzern erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von mehr 80,8 Milliarden Euro.

Welche Marken gehören zu LVMH?

Zum Konzern gehören zahlreiche Luxusmarken, darunter Louis Vuitton, Dior, Tiffany, Moët & Chandon, Hennessy, TAG Heuer, Bulgari oder Sephora.

Zahlt LVMH Dividende?

LVMH zahlt regelmäßig Dividenden und hat die Ausschüttung in den vergangenen Jahren mehrfach erhöht. Für das Geschäftsjahr 2025 wurde eine Gesamtdividende von 13,00 Euro pro Aktie bestätigt.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH.

Die Autorin hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH.

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