Im schwächelnden Gesamtmarkt gerät auch die Amazon-Aktie heute unter Druck. Dabei liefert der Online-Riese gleich mehrere Nachrichten: Die erste Anleihe in britischen Pfund stößt auf eine hohe Nachfrage. Amazon Leo bestellt weitere Raketenstarts. Und beim Flugzeugunglück in Miami könnte die Haftung nicht bei Amazon liegen.
An der Wall Street stehen Technologiewerte zur Wochenmitte unter Druck. Die Amazon-Aktie kann sich diesem Trend nicht entziehen. Heute notierte die Aktie zeitweise unter dem 50-Tage-Durchschnitt bei 254,67 Dollar und dem 100-Tage-Durchschnitt bei 255,30 Dollar. Gegen Handelsende notiert die Aktie rund 1,9 Prozent im Minus.
Vom Jahreshoch bei 287,20 Dollar, das Anfang August erreicht wurde, hat sich die Aktie damit um rund zwölf Prozent entfernt. Der Rückgang ist vor allem im Zusammenhang mit dem schwächelnden Gesamtmarkt zu sehen. Gleichzeitig rücken mehrere Unternehmensnachrichten in den Fokus.
Hohe Nachfrage nach erster Pfund-Anleihe
Amazon hat das Volumen seiner ersten Anleihe in britischen Pfund auf 4,25 Milliarden Pfund festgelegt. Die Transaktion ist in vier Teile gegliedert.
Die Nachfrage fiel deutlich höher aus. Heute lagen bereits Gebote von mehr als 11,65 Milliarden Pfund vor. Das Volumen der Orderbücher überstieg die geplante Ausgabe damit um ein Vielfaches.
Für Amazon ist der Schritt ein weiterer Baustein bei der Finanzierung des laufenden Investitionsprogramms. Der Konzern baut seine Infrastruktur in mehreren Bereichen aus und greift dabei auf den Kapitalmarkt zurück.
Amazon Leo bestellt weitere Raketenstarts
Auch beim Satellitenprojekt Amazon Leo geht der Konzern den nächsten Schritt. Amazon hat bei Arianespace sechs weitere Starts mit der Ariane 64 bestellt. Damit steigt die Zahl der georderten Missionen auf insgesamt 24. Die Starts sollen bis 2031 vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana erfolgen.
Allein 2026 brachte Arianespace nach eigenen Angaben bereits 100 Amazon-Leo-Satelliten mit drei Ariane-6-Missionen innerhalb von weniger als fünf Monaten ins All.
Amazon baut mit Leo eine eigene Satellitenkonstellation für schnelle Internetverbindungen auf. Der Auftrag stärkt die Zusammenarbeit mit Arianespace und unterstreicht den langfristigen Anspruch des Konzerns in diesem Geschäftsfeld. Zugleich steigen die Investitionen. Der Aufbau des Netzes bindet über Jahre Kapital, bevor sich die wirtschaftlichen Erträge vollständig zeigen.
Haftung nach Flugzeugunglück?
Schwieriger ist die Nachrichtenlage beim Flugzeugunglück in Miami. Eine Frachtmaschine mit Amazon-Schriftzug war am Sonntag über das Ende der Start- und Landebahn hinausgeschossen. Dabei kamen fünf Mitarbeiter eines Flugzeug-Reinigungsunternehmens ums Leben.
Das Flugzeug wurde von 21 Air betrieben. Die Gesellschaft aus North Carolina fliegt acht Maschinen für Amazon. Amazon besitzt die betroffene Maschine nicht und beschäftigt auch die Piloten nicht. Nach Einschätzung mehrerer Luftfahrtrechtsexperten dürfte deshalb zunächst 21 Air im Mittelpunkt der Haftungsprüfung stehen.
Entscheidend ist die Frage, wer die operative Kontrolle über den Flug hatte. Sollte 21 Air dafür verantwortlich gewesen sein, müsste das Unternehmen beziehungsweise dessen Versicherung für mögliche Ansprüche einstehen. Die Untersuchungen laufen.
Die jüngsten Nachrichten sind durchaus positiv. Die heutige Schwäche ändert nichts an der laufenden AKTIONÄR-Empfehlung und am Platz der Amazon-Aktie im AKTIONÄR-Depot.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Amazon.
Aktien der Amazon befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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