Aus 10.000 Dollar wurden rund 66.000 Dollar – ohne einen einzigen Cent Dividende. Mit einem Kursplus von rund 555 Prozent über das vergangene Jahrzehnt zeigt Amazon eindrucksvoll, was passiert, wenn ein globaler Megatrend auf operative Stärke trifft.
- Peter Thiels Fond Thiel Macro meldete zuletzt eine Amazon-Position im Wert von rund 118 Millionen Dollar.
- Amazons Gewinn explodierte seit 2016 von 2,4 Milliarden auf 77,7 Milliarden Dollar.
- AWS, Werbung, KI und eigene Chips treiben die nächste Wachstumsphase.
Dass ausgerechnet Tech-Investor Peter Thiel Amazon nun zur größten gemeldeten Position im 13F-Portfolio von Thiel Macro gemacht hat, passt ins Bild. Laut 13F-Daten hielt Thiel Macro per Ende Juni 2026 rund 495.000 Amazon-Aktien im Wert von knapp 118 Millionen Dollar. Das entsprach rund 28 Prozent des gemeldeten US-Aktienportfolios. Wichtig: 13F-Berichte zeigen nur bestimmte börsennotierte US-Aktienpositionen und bilden nicht zwingend das gesamte Vermögen oder alle Strategien eines Investors ab.
Das operative Fundament wächst schneller als der Kurs
Der starke Kursanstieg der vergangenen zehn Jahre war keine reine Bewertungsfantasie. Amazon ist in seine Bewertung hineingewachsen – und zwar mit enormer Wucht.
2016 erzielte der Konzern bei 136 Milliarden Dollar Umsatz einen operativen Gewinn von 4,2 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 2,4 Milliarden Dollar. Damals wirkte die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 100 extrem teuer.
Bis 2025 veränderte sich das Bild grundlegend. Der Umsatz kletterte auf 717 Milliarden Dollar, der Nettogewinn auf 77,7 Milliarden Dollar. Damit hat Amazon den Jahresüberschuss seit 2016 mehr als verdreißigfacht. Heute wird die Aktie auf Basis der erwarteten Gewinne deutlich moderater bewertet als in früheren Wachstumsphasen.
AWS bleibt der wichtigste Gewinnmotor
Das Herzstück der Transformation bleibt Amazon Web Services. 2016 erzielte AWS noch 12,2 Milliarden Dollar Umsatz. 2025 waren es bereits 128,7 Milliarden Dollar. Gleichzeitig stieg das operative Ergebnis der Cloud-Sparte auf 45,6 Milliarden Dollar.
Damit wurde AWS zum zentralen Gewinnhebel des Konzerns. Die operative Marge im Cloud-Geschäft liegt heute deutlich höher als noch vor zehn Jahren. Genau diese Entwicklung erklärt, warum Amazon nicht mehr nur als Onlinehändler bewertet werden darf.
Im zweiten Quartal 2026 beschleunigte sich AWS erneut deutlich. Die Cloud-Sparte wuchs um 36,7 Prozent im Jahresvergleich – das stärkste Wachstum seit 18 Quartalen. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet entspricht das einer Umsatz-Run-Rate von rund 169 Milliarden Dollar.
KI, Chips und Werbung als nächste Säulen
Amazon wächst längst nicht mehr nur über E-Commerce und Cloud. CEO Andy Jassy verwies im zweiten Quartal darauf, dass sowohl das KI-Geschäft als auch die eigenen Chip-Aktivitäten jeweils annualisierte Run-Rates von mehr als 25 Milliarden Dollar überschritten haben.
Dazu kommt die Werbesparte. Sie wuchs im zweiten Quartal um 26 Prozent. Laut aktuellen Berichten erzielte Amazon in diesem Bereich 19,8 Milliarden Dollar Umsatz im Juni-Quartal. Hochgerechnet bewegt sich das Geschäft damit in Richtung einer jährlichen Größenordnung von rund 80 Milliarden Dollar.
Diese Mischung macht Amazon besonders spannend: AWS liefert hohe Margen, Werbung wächst profitabel, KI und eigene Chips öffnen neue Ertragspfade. Der Konzern besitzt damit mehrere Gewinnmotoren gleichzeitig.
Investitionen belasten – und schaffen die nächste Plattform
Die hohen Investitionen in Rechenzentren, KI-Kapazitäten, Logistik und Infrastruktur belasten kurzfristig den freien Cashflow. Amazon meldete im zweiten Quartal 2026 einen Free-Cashflow-Abfluss von 7,6 Milliarden Dollar auf Sicht der vergangenen zwölf Monate. Hauptgrund waren deutlich höhere Investitionen in Sachanlagen.
Das ist kein Detail, das man ignorieren sollten. Es ist aber auch kein automatisches Warnsignal. Amazon hat seine größten Gewinne historisch oft dadurch vorbereitet, dass der Konzern früh und aggressiv in Infrastruktur investierte – erst in Logistik, später in Cloud, nun in KI, Chips und Rechenzentren.
Entscheidend wird sein, ob diese Kapazitäten in den kommenden Jahren profitabel ausgelastet werden. Die jüngste AWS-Beschleunigung spricht klar dafür, dass die Nachfrage vorhanden ist.
Amazon ist mehr als E-Commerce
Amazon hat in den vergangenen zehn Jahren gezeigt, wie stark langfristiges Gewinnwachstum eine Aktie tragen kann. Aus 10.000 Dollar wurden rund 66.000 Dollar. Gleichzeitig wuchs der Nettogewinn von 2,4 auf 77,7 Milliarden Dollar. Das ist keine Spekulation, sondern operative Wertschöpfung.
Für den Megatrend Folger bleibt Amazon ein Paradebeispiel für ein modernes Basisinvestment: führend im globalen Onlinehandel, marktmächtig in der Cloud, stark in Werbung, zunehmend relevant bei KI und eigenen Chips. Die Aktie bildet das Fundament. Optimal ausgewählte Optionsscheine können zusätzliche Renditechancen eröffnen, wenn Amazon die nächste Wachstumsphase erfolgreich umsetzt.
Welche Optionsscheine auf Amazon aktuell das beste Setup bieten, erfahren Leser in der aktuellen Ausgabe des Megatrend Folger.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Amazon.
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