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31.05.2021 Börsen. Briefing.

UPDATE: Adler Modemärkte korrigiert Aussagen – Aktie setzt Höhenflug fort

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Adler Modemärkte

Bei den insolventen Adler Modemärkten keimt neue Hoffnung auf. Nach einem staatlichen Überbrückungskredit wurden alle 142 Filialen in Deutschland wieder mit Ware beliefert. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung läuft noch. Die Aktie von Adler Modemärkte machte aber bereits einen Freudensprung. Am Montag setzt sich der Höhenflug fort.

Im Januar musste das traditionsreiche Unternehmen, das auch aus der Werbung mit TV-Moderatorin Birgit Schrowange bekannt ist, Insolvenz anmelden (DER AKTIONÄR berichtete). Die Adler-Mode-Aktie stürzte in der Folge von 2,28 Euro auf nur noch 20 Cent ab.

Wochenlang bemühte sich das Unternehmen aus Haibach bei Aschaffenburg um ein Darlehen aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds. Das ist der staatliche Rettungsschirm für die von der Coronakrise gebeutelten Unternehmen. Auch Lufthansa, Touristik-Konzern TUI und Galeria Karstadt Kaufhof hatten bereits Geld aus dem Fonds erhalten. In der vergangenen Woche wurden nun zehn Millionen Euro auch für Adler vom Bund bewilligt. 

Am Freitag hieß es hier unter Berufung auf einen Artikel von BR24, dass "das Insolvenzverfahren spätestens in zwei Wochen beendet" sei. Diese Aussage wurde vom Unternehmen korrigiert: "Dem ist ganz sicher nicht so. Bis Mitte Juni soll der Insolvenzplan stehen und ein Investor gefunden sein. Dann erst beginnt die Sanierung des Unternehmens", heißt es in einer Richtigstellung durch Adler Modemärkte.

Ebenfalls wurde nun mitgeteilt, dass bereits alle Filialen mit Ware ausgestattet wurden und nicht neu beliefert werden müssen. "Das Gros der Standorte in Deutschland kann angesichts der stark sinkenden Inzidenzzahlen wieder öffnen bzw. hat dies bereits getan", so Adler in einer Mail an DER AKTIONÄR. Dies habe keinen Einfluss auf das Insolvenzverfahren.

Am vergangenen Freitag schoss die Aktie von Adler Modemärkte bereits um rund 80 Prozent auf etwa 0,75 Euro nach oben. Am Montag setzt sich der Höhenflug ähnlich stark fort.


Adler Modemärkte (WKN: A1H8MU)

Der Vorstand von Adler betonte, dass die finanzielle Lücke geschlossen werden konnte. Derzeit werde noch nach einem Investor gesucht, um die neue, langfristig ausgerichtete Strategie umzusetzen. Mehrere Angebote lägen dem Unternehmen vor, eine Entscheidung solle in den kommenden Wochen fallen, so ein Sprecher von Adler gegenüber DER AKTIONÄR.

Die Adler-Gruppe erzielte nach eigenen Angaben im Jahr 2019 noch einen Umsatz von 495,4 Millionen Euro und einen Nachsteuergewinn von 5,1 Millionen Euro. Insgesamt hat Adler europaweit 171 Filialen. Gegründet wurde das Unternehmen 1948 als Konfektionsbetrieb im sächsischen Annaberg im Erzgebirge.

Es ist begrüßenswert, dass die Adler Modemärkte mit staatlicher Hilfe wieder öffnen können. Ob sich das Geschäft nachhaltig erholen kann, steht allerdings in den Sternen. Zumal das Insolvenzverfahren noch nicht abgeschlossen ist und auch noch kein Investor gefunden ist. Zudem ist ungewiss, ob sich das Konzept von Adler Mode mit der Orientierung auf eine betagtere Kundschaft längerfristig bewährt. Auch wenn einige Spekulanten das Papier derzeit nach oben treiben – ein erneuter rapider Kursrückgang bleibt jederzeit möglich. Das Zocken mit Pleite-Aktien hat schon vielen Anlegern viel Geld gekostet. 

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