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11.01.2021 Martin Mrowka

Adler Modemärkte: Totales Desaster

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Adler Modemärkte

Vielen Unternehmen aus der Modebranche ging es schon vor der Corona-Krise nicht gut. Dem Siegeszug des Onlinehandels und dem Erfolg von Fast-Fashion-Anbietern wie Primark oder dem Modeversender Zalando hatten sie nur wenig entgegenzusetzen. Nun trifft das Coronavirus ein weiteres Opfer, das quasi vorgeschädigt war.

Flächendeckende Ladenschließungen seit dem Frühjahr fordern ein weiteres prominentes Opfer unter den Bekleidungshändlern: Die Adler Modemärkte AG hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Auch für die Tochtergesellschaften Adler Mode GmbH, Adler Orange GmbH & Co. KG und Adler Orange Verwaltung GmbH wurden entsprechende Anträge eingereicht, wie das Unternehmen am späten Sonntagabend mitteilte. Der Antrag sei beim Amtsgericht Aschaffenburg gestellt worden.

Die erzwungene Schließung fast aller Adler-Geschäfte seit Dezember habe zu einem neuerlichen Umsatzeinbruch geführt. Es sei nicht möglich gewesen, die entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch staatliche Unterstützungsfonds oder durch Investoren zu schließen.

Ziel sei es nun, das Unternehmen über einen Insolvenzplan zu sanieren. Dabei werde der Geschäftsbetrieb unter Aufsicht eines Sachwalters in vollem Umfang fortgeführt. Ein Gutachter solle prüfen, ob die Abwicklung der Insolvenz in Eigenverantwortung möglich sei, sagte der zuständige Insolvenzrichter Jürgen Roth der dpa.

"Die erneute Corona-bedingte Schließung fast aller Standorte hat uns leider keine andere Wahl gelassen", sagte Adler-Vorstandschef Thomas Freude. "Wir werden alles dafür tun, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten und Adler schnellstmöglich zu sanieren und wieder in eine positive Zukunft zu führen."

Die Adler Modemärkte AG betreibt nach eigenen Angaben derzeit 171 Märkte, davon 142 in Deutschland, sowie einen Onlineshop. Weitere Märkte gibt es in Österreich, Luxemburg sowie in der Schweiz. Der Fokus lag dabei auf der Altersgruppe ab 55 Jahren.

Die Gruppe erzielte demnach im Jahr 2019 einen Umsatz von 495,4 Millionen Euro. Zum 30. September 2020 habe sie rund 3.350 Mitarbeiter beschäftigt. Gegründet wurde das Unternehmen 1948 als Konfektionsbetrieb im sächsischen Annaberg.

Die Aktie der Adler Modemärkte AG befindet sich bereits seit Jahren auf Talfahrt (siehe Chart). Mit dem Insolvenzantrag sackt der Small Cap am Montag nun zeitweise um mehr als 80 Prozent ab auf das neue Allzeittief bei 0,39 Euro. Eine nachhaltige Erholung des Kurses erscheint wenig wahrscheinlich.  (Mit Material von dpa-AFX)

Adler Modemärkte (WKN: A1H8MU)

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