Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
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15.01.2021 Nikolas Kessler

Xiaomi: Auf der Abschussliste

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XIAOMI CL.B

Der scheidende US-Präsident Donald Trump will auf seine letzten Tage im Amt offenbar noch einmal Stärke zeigen und hat weitere chinesische Unternehmen mit Restriktionen belegt – darunter auch der Elektronikkonzern Xiaomi. Daraufhin ist die Aktie an der Börse in Hongkong um mehr als zehn Prozent eingebrochen.

Die Trump-Regierung hat Xiaomi und weitere Firmen auf eine schwarze Liste mit Unternehmen gesetzt, die mutmaßlich enge Verbindungen zum chinesischen Militär haben – und daher als Gefahr für die nationale Sicherheit gewertet werden. Zwar landeten zuletzt immer mehr Unternehmen aus China auf dieser „Blacklist“. Dass es nun auch den Smartphone-Hersteller trifft, bezeichnet die Nachrichtenagentur Bloomberg jedoch als „Überraschung“.

Kaufverbot betrifft alle internationalen Investoren

Xiaomi fällt damit nun unter einen Regierungserlass aus dem vergangenen November, wonach US-amerikanische Investoren künftig nicht mehr in Wertpapiere der betroffenen Unternehmen investierten dürfen. Möglicherweise könnten sie sogar gezwungen werden, bestehende Investments aufzulösen.

Auch für Anleger außerhalb der USA könnte das zum Problem werden, denn häufig Unterscheiden asiatische Börsen und Broker bei internationalen Investoren nicht zwischen US-Bürgern und Nicht-US-Bürgern. Stattdessen könnte der Handel mit den betroffenen Papieren insgesamt eingeschränkt werden.

XIAOMI CL.B (WKN: A2JNY1)

Zwar hat Xiaomi zwischenzeitlich reagiert und jegliche Verbindungen zum chinesischen Militär zurückgewiesen. Die Entscheidung der US-Regierung schlägt aber trotzdem hohe Wellen: An der Börse in Hongkong ist der Kurs der Xiaomi-Aktie im fast elf Prozent eingebrochen.

Auch ADRs, mit denen Xiaomi im Ausland gehandelt wird, sind zeitweise um fast zehn Prozent eingebrochen. Für die jüngste Aufwärtsbewegung im Chart bedeutet das zunächst einen kräftigen Dämpfer.

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