Die Euphorie um Künstliche Intelligenz hat an der Wall Street einen historischen Dämpfer erlitten. Anleger flohen am Donnerstag in Scharen aus Technologiewerten. Der Grund: Nach den US-Wahlen wächst die Furcht vor scharfen Regulierungen für die KI-Branche durch die Demokraten.
Am Ende stand ein gewaltiger Einbruch. Der technologielastige Nasdaq 100 stürzte um 6,4 Prozent ab und vernichtete an einem einzigen Tag 2,3 Billionen Dollar an Börsenwert. Auch der breite S&P 500 gab um 4,4 Prozent nach und erlebte damit seinen schwächsten Handelstag seit April 2025.
Halbleitersektor im freien Fall
Besonders hart traf es die Chiphersteller. Ein wichtiger Branchenindex brach um 12 Prozent ein. Schwache Ausblicke von Qualcomm und Arm Holdings verstärkten den Verkaufsdruck spürbar. Entsprechend nervös reagierten die Marktteilnehmer auf Einzeltitel. Selbst Schwergewichte wie Tesla und die Raumfahrtfirma SpaceX verloren jeweils mindestens neun Prozent.
Während Aktien massiv abverkauft wurden, suchten Investoren Schutz in Staatsanleihen. Auch der Bitcoin gab deutlich nach. Bekannte Marktakteure nutzten die Panik: Michael Burry, berühmt für seine Wetten gegen den US-Immobilienmarkt, verkaufte ein Viertel seiner Put-Optionen auf den 59 Milliarden Dollar schweren VanEck-Halbleiter-ETF, hält jedoch weiterhin eine große Absicherungsposition.
Probleme bei Infrastruktur und Genehmigungen
Neben der Politik belasten handfeste operative Hürden den Sektor. Der Bau neuer Rechenzentren gerät ins Stocken. Das 165 Milliarden Dollar schwere Rechenzentrumsprojekt von Oracle in New Mexico verzögert sich erneut, weil Umweltgenehmigungen noch geprüft werden müssen. Auch Microsoft zieht Konsequenzen: Der Softwarekonzern hat den Vertrag für ein Rechenzentrum des Start-ups Nscale in Texas nicht verlängert.
Gleichzeitig wächst der Druck auf die Lieferketten. Micron Technology stoppte die Pläne für eine neue Fabrik für Speicherchips in Taiwan aufgrund von Arbeitskämpfen. Zudem gerät Nvidia-Chef Jensen Huang politisch ins Kreuzfeuer. Republikaner fordern Aufklärung über seine Kontakte zu einem Manager von Megaspeed International, gegen den wegen möglicher Spionage für China ermittelt wird.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Microsoft, Tesla.
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