07.05.2020 Emil Jusifov

Twilio pulverisiert Erwartungen – Kursfeuerwerk nach Zahlen

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Twilio

Gestern hat Twilio seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal präsentiert und die Analystenerwartungen um Welten übertroffen. Die Anleger reagieren mit einem Kursfeuerwerk und hieven die Aktie vorbörslich um über 27 Prozent auf ein neues Rekordhoch. Seit dem IPO kommt das Papier mittlerweile auf ein Kursplus von 920 Prozent.

Mit Software von Twilio kann man Kommunikationskanäle (SMS, Video, Chat, WhatsApp, und weitere) in seine digitalen Produkte einbinden und Kommunikationsprozesse automatisieren. Beispielsweise können Softwareentwickler mit Twilio programmgesteuert Anrufe tätigen sowie empfangen und Textnachrichten verarbeiten.

Starke Zahlen

Insgesamt hat Twilio einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,06 Dollar erzielt. Der Umsatz belief sich auf 364,9 Millionen Dollar, was einem Wachstum von 57 Prozent entspricht. Die Analysten gingen von einem Verlust je Aktie von 0,11 Dollar und einem Umsatz von 331,25 Millionen Dollar aus.

Insgesamt vermeldete Twilio für das erste Quartal über 190.000 aktive Nutzer-Accounts. Auch diese Kennzahl liegt über den Analystenschätzungen.

Aufgrund der Pandemie verzichtet das Unternehmen aber auf die Jahresprognose.

"Angesichts der Stärke unserer Bilanz und der Größe der vor uns liegenden Chancen ist es unsere Absicht, weiter zu investieren", sagte Khozema Shipchandler, Finanzchef von Twilio. "Wir glauben, dass dies im besten Interesse von Twilio sowie den Aktionären ist und auf absehbare Zeit zu höherem Wachstum führen wird, damit wir in einer noch stärkeren Position aus dem aktuellen Umfeld kommen können."

Hier geht es zum Quartalsbericht von Twilio

Twilio (WKN: A2ALP4)

Nach den Quartalszahlen trieben die euphorischen Anleger die Twilio-Aktie vorbörslich über 27 Prozent auf ein neues Allzeithoch. Seit dem März-Tief beträgt das Kursplus bereits über 100 Prozent. Mit einem 21er-KUV von 9,3 gehört Twilio nicht zu den günstigsten Software-Aktien. Qualität und Wachstum haben jedoch ihren Preis. Langfristig hält DER AKTIONÄR den Cloud-Wert für interessant. Kurzfristig könnte das Papier allerdings überhitzt sein. Anleger sollten vor dem Neueinstieg eine Korrektur des Cloud-Anbieters abwarten.