Die USA und Kanada arbeiten an einer Entschärfung des Handelskonflikts. Im Mittelpunkt stehen hohe Zölle auf Stahl und Autos. Eine Einigung könnte laut Medienberichten noch vor den wichtigen Zwischenwahlen in den USA am 3. November gelingen. Sollte diese nicht zustande kommen, drohen hohe Zölle.
Nach Angaben von Reuters sprechen beide Regierungen über mögliche Ausnahmen oder Senkungen der sogenannten Section-232-Zölle. Diese liegen bei Stahlimporten aus Kanada bei bis zu 50 Prozent, bei Autos bei 25 Prozent. Besonders für die eng verflochtene nordamerikanische Automobilindustrie sind die Abgaben eine Belastung, da Fahrzeuge und Bauteile häufig mehrfach die Grenze zwischen beiden Ländern überqueren.
Trump braucht einen Erfolg
Der Zeitpunkt der Gespräche ist kein Zufall. Laut einer Reuters-Umfrage befürworten derzeit nur 32 Prozent der US-Amerikaner die Arbeit von Präsident Donald Trump. Bei den Zwischenwahlen am 3. November drohen seiner Republikanischen Partei Verluste im Kongress. Die Zölle auf kanadische Waren sind dabei zu einem politischen Problem geworden. Kandidaten in wichtigen Bundesstaaten fordern ein Ende des Handelsstreits.
Eine kanadische Quelle hält eine Einigung noch vor der Wahl für möglich. US-Vertreter sehen allerdings weiterhin Zugeständnisse Ottawas als Voraussetzung. Im Zentrum der Verhandlungen stehen US-Handelsminister Howard Lutnick und der kanadische Handelsminister Dominic LeBlanc.
Carney bleibt hart
Kanadas Premierminister Mark Carney bestätigte indes eine leichte Intensivierung der Gespräche. An der Position seiner Regierung habe sich jedoch nichts geändert. Fortschritte gebe es vor allem deshalb, weil sich Washington den kanadischen Forderungen annähere.
Die Verhandlungen waren im August gescheitert, nachdem Ottawa die US-Bedingungen als nicht akzeptabel zurückgewiesen hatte. Seitdem hat sich der Konflikt weiter verschärft. Trump kündigte an, die Zölle auf Stahl und Autos aus Kanada zum 1. Januar 2027 auf 50 Prozent anzuheben. Am Sonntag stellte er bei einer Wahlkampfveranstaltung eine baldige Lösung in Aussicht, ohne Details zu nennen.
Eine begrenzte Einigung könnte den Druck auf die nordamerikanische Autoindustrie verringern und den Handelskonflikt vorerst entschärfen. Noch ist allerdings offen, ob beide Seiten ihre Differenzen tatsächlich überwinden. Für Autohersteller und Zulieferer bleibt der Ausgang der Gespräche ein wichtiger Unsicherheitsfaktor. DER AKTIONÄR bleibt am Ball.
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