Inflationsangst? Nicht mit diesen Aktien!
10.07.2019 Nikolas Kessler

Top-Gewinner Commerzbank: Darum steigt die Aktie heute 4 Prozent

-%
Commerzbank

Skepsis über die ambitionierten Umbaupläne bei der Deutschen Bank und Bedenken wegen wachsendem Konkurrenzdruck haben in den vergangenen Tagen auch die Aktie der Commerzbank belastet. Am Mittwoch gelingt jedoch eine dynamische Gegenbewegung: Mit fast vier Prozent Plus klettert die CoBa im schwächelnden Gesamtmarkt an die MDAX-Spitze.

Impulse liefern dabei Hoffnungen auf eine etwas weniger lockere Geldpolitik in den USA. Einige Anleger spekulieren offenbar darauf, dass US-Notenbankchef Jerome Powell bei seinem Auftritt vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses am Nachmittag entsprechende Hinweise zur Zinspolitik liefert.

Commerzbank-Devisenexpertin Esther Reichelt glaubt, dass Powell bei der Gelegenheit die Unabhängigkeit der Fed gegen den zunehmenden politischen Gegenwind aus Washington rigoros verteidigen wird. Zwar sei eine Zinssenkung im Juli noch immer nahezu vollständig eingepreist. Doch nach dem letzten guten Arbeitsmarktbericht seien sich Marktteilnehmer weniger sicher, ob ein „richtiger“ Zinssenkungszyklus notwendig sein wird.

Nicht nur die Commerzbank-Aktie profitiert davon, sondern der gesamte Sektor. Auch die Deutsche-Bank-Aktie kann nach knapp zehn Prozent Minus in den beiden Vortagen wieder zulegen. Der Branchenindex Stoxx Europe Banks legt am Mittag rund ein Prozent zu.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Aktie auf der Watchlist

Die Zinshoffnung in den USA kann die Talfahrt der Commerzbank-Aktie am Mittwoch zwar kurzfristig stoppen, das Chartbild hat sich in den vergangenen Wochen jedoch wieder deutlich eingetrübt. Zudem bleibt die Aussicht auf länger anhaltende Niedrigzinsen in der Eurozone ein Problem für das Institut. DER AKTIONÄR rät Anlegern weiterhin zum Abwarten.

Mit Material von dpa-AFX.


Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0