100 Prozent mit diesen 7 Aktien?!
02.07.2019 Leon Müller

CoCo-Commerzbank: Aktie unter Druck nach Milliardenplatzierung

-%
Commerzbank

Die Aktie der Commerzbank gerät am Dienstag unter Druck, zählt zu den schwächsten Titeln im MDAX. Das Finanzinstitut holt sich über die Begebung einer Nachranganleihe frisches Kapital, sammelt eine Milliarde Dollar ein. Die so genannte Tier-1-Anleihe kann der Bank helfen, die Eigenkapitalquote hochzufahren und so die Bewertung der Stabilität des Finanzinstituts zu verbessern. Anlegern droht indes im Extremfall der Totalverlust ihres eingesetzten Kapitals.

Die Commerzbank hat ihre Kapitalausstattung mit einer Nachranganleihe gestärkt. Die so genannte Tier-1-Anleihe sei mit einem Volumen von einer Milliarde US-Dollar (rund 883 Millionen Euro) und einem festen Kupon von sieben Prozent jährlich begeben worden, teilte das MDax -Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mit. Der frühestmögliche Kündigungstermin der Anleihe mit unbestimmter Laufzeit liege im April 2025, teilte die Commerzbank weiter mit. 


Tier-1-Anleihen (auch "CoCo"-Bonds genannt) werden unter bestimmten Bedingungen zum regulatorischen Eigenkapital gezählt - also dem Eigenkapital, das die Aufseher für ihre Bewertung der Stabilität eines Finanzinstituts berücksichtigen. Die Papiere können mit besonderen Bedingungen verknüpft sein, falls die Kapitalquoten der Bank unter eine bestimmte Schwelle fallen. Dazu können ein Aussetzen von Zinszahlungen, die Wandlung in Aktien oder sogar der Totalverlust für die Anleger im Fall einer Krise zählen. Diese Maßnahmen sollen es Banken erlauben, in Krisenzeiten ihre Kapitalquoten zu verbessern, ohne sich in solch schweren Zeiten Geld vom Kapitalmarkt beschaffen zu müssen 


Bei den Papieren, die die Commerzbank jetzt ausgegeben hat, droht den Anlegern ein Verlust, sollte die harte Kernkapitalquote (CET-1-Quote) der Bank unter 5,125 Prozent fallen. Ende März lag die CET-1-Quote früheren Angaben zufolge bei 12,7 Prozent.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Die Tier-1-Anleihe ändert nichts an der grundsätzlichen Einschätzung des AKTIONÄR, Commerzbank-Aktien zunächst auf der Beobachtungsliste zu belassen. Nach heftigem Auf und Ab wurde das Papier zuletzt ausgestoppt. Ein Neuengagement drängt sich derzeit nicht auf.

Mit Material von dpa-AFX

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0