09.10.2018 Andreas Deutsch

Steinhoff-Tochter ist pleite: Amazon kennt keine Gnade

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Der stationäre Handel hat es schwer. Sehr schwer. Nicht nur in Deutschland, auch in den USA, wo die Konjunktur so gut läuft wie seit Jahren nicht. Ein Desaster bahnt sich an.

Shopping-Mall-Ruinen, leer stehende Geschäfte in den Fußgängerzonen – in vielen Städten ist dieser Anblick längst Realität geworden. Der Siegeszug von Amazon hat den stationären Handel extrem unter Druck gesetzt – und fordert fast monatlich prominente Opfer.

Jüngstes Beispiel: Mattress Firm. Die Tochter des Skandal-Konzerns Steinhoff hat Gläubigerschutz beantragt. Mattress Firm will sich nun neu aufstellen und etliche Filialen schließen. In den kommenden 45 bis 60 Tagen soll ein Maßnahmenkatalog stehen.

Die Pleite passt zum Niedergang Steinhoffs. Der Möbelhändler hatte Mattress 2016 für umgerechnet 3,4 Milliarden Euro übernommen worden. Der Matratzenhändler zählte zuletzt 3.300 Filialen.

Auch Toys “R” Us hatte nichts gegen den Siegeszug des E-Commerce entgegenzusetzen und musste im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Bei den Spielzeugherstellern Hasbro, Mattel und Co führte das zu Turbulenzen.

In Deutschland leidet derzeit unter anderem Ceconomy sehr unter dem Kampf mit Amazon. Der Elektronikhändler hat am Dienstag grottenschlechte Zahlen vorgelegt.

Noch mehr Wettbewerb

Bald könnte es Opfer aus einer anderen Branche geben: und zwar aus der Fast-Food-Branche. Amazon Go plant 3.000 neue Amazon-Go-Filialen, wo es etliche Snacks für jeden Geschmack zu kaufen gibt. Schlecht für Subway, Panera Bread und Co. Der Einkauf bei Amazon Go ist bequem und kostet wenig Zeit. Damit setzt Amazon Maßstäbe – mal wieder.

E-Commerce wächst weiter stark

Quelle: Statista

Amazon nicht zu stoppen

Auch wenn sich das Chartbild eingetrübt hat: Die Wachstumsstory von Amazon ist noch längst nicht vorbei. Mit etwas Fantasie kann man sich den Bezos-Konzern auch als große Versicherung oder als Fintech-Unternehmen vorstellen. Langfristig orientierte Anleger bleiben investiert und setzen den Stoppkurs bei 1.400 Euro. Beim Zockerwert Steinhoff gilt nach wie vor: Finger weg!